Nicola Wendebourg

Der Tag des Herrn

Zur Gerichtserwartung im Neuen Testament auf ihrem alttestamentlichen und frühjüdischen Hintergrund. Diss.
Cover: Der Tag des Herrn
Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2003
ISBN 9783788718886
Gebunden, 404 Seiten, 64,00 EUR

Klappentext

Gott als Richter diese biblisch zentrale Vorstellung bereitet dem modernen Menschen Schwierigkeiten. Die Studie untersucht die neutestamentlich breit belegte Erwartung eines Tages, an dem Gott bzw. Christus die Welt richten wird. Momente der Kontinuität zur alttestamentlichen und frühjüdischen Tradition werden ebenso sichtbar wie christologisch motivierte Neuakzentierungen. Die Autorin befragt die Endtagserwartung mit ihren zum Teil anstößigen Seiten auf ihre theologische Bedeutung einst und jetzt hin und gibt Impulse für einen sachgemäßen Umgang mit der biblischen Rede vom Endgericht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2004

Klaus Berger sieht in Nicola Wendebourgs theologischer Studie über den "Tag des Herrn" einen Ansatz, der die heutzutage praktizierte "Wohlfühlkirche" liberaler Theologen seiner Meinung in Frage stellt, die Eschatologie beim Wort nimmt und nach dem Ende, dem Leben nach dem Tod, nach der göttlichen Ordnung fragt, die gemeinhin mit dem Stichwort der "Tag des Herrn" oder der "Tag des Gerichts" gemeint ist. Es gebe sogar viele Theologen, die behaupteten, Jesus habe nie von Gericht gesprochen, empört sich Berger; solche Theologen verwiesen dann auch stets darauf, dass der alttestamentarische Gott des Judentums sowohl Rache, Zorn wie auch die Gerichtsbarkeit verkörpere. Alles falsch, meint Berger. Es sei ein großer Verdienst von Wendebourgs Studie, mit dieser Art von Antijudaismus aufzuräumen und Jesus' Mittlerrolle im jüngsten Gericht herauszuarbeiten. In diesem Punkt kann Berger der Verfasserin nur zustimmen, trotzdem mag er ihr in der Verwendung der Formel von der "versöhnten Verschiedenheit" jüdischer und christlicher Endzeitvorstellungen nicht folgen. Ob diese wirklich versöhnbar sind, das weiß nur der Herrgott, schließt der Rezensent sybillinisch.
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