Der Band des Geografen Nicolai Scherle unterscheidet sich grundlegend von gängigen Besprechungen über Reiseführer und wurde auch zu Recht auf der Internationalen Tourismusbörse ausgezeichnet, schreibt Sabine Gorsemann. Denn Scherle verfolge einen anderen Ansatz. Anstatt Öffnungszeiten, Aufmachung und Hoteladressen verschiedener Marokko-Reiseführer miteinander zu vergleichen, habe er die unterschiedliche Beschreibung der Kultur untersucht. Einer ganzen Reihe seiner Kritikpunkte stimmt die Rezensentin zu, etwa der Kritik an Stereotypisierungen von Schlangenbeschwörern, Wasserverkäufern und Märchenerzählern, trotzdem sei auch der Autor den eigenen Ansprüchen erlegen. Seine "Touristical Correctness" hat auch ihm ein Schnippchen geschlagen, meint Gorseman. Etwa, wenn Scherle von einem Reiseführer erwartet, dass er grundsätzlich alles hochschätzt, was das Land zu bieten hat. Für den Rezensenten ist das falsch verstandener Anstand, der von einer Geringschätzung aus Unkenntnis nicht weit entfernt sei.
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