Aus dem Spanischen von Thomas Brovot und Christian Hansen. Eine reiche, vielseitige Kultur gilt es zu entdecken, die widersprüchlich und außerordentlich lebendig ist und sich auf einem Territorium von Daressalam über Tanger bis hin nach Samarkand erstreckt: der Islam. Sachkundig tragen Goytisolos Essays dazu bei, den Blick des Abendlandes auf das Morgenland zu erweitern, ihn in seinen Stereotypen und Klischees zu korrigieren und Wirklichkeit von Legenden zu unterscheiden. Seine Themen reichen von der Geschichte der Moslems im ehemaligen Sowjetreich über den afrikanischen Islam in Mali bis hin zur Musik der Trance und dem Alltagsleben auf dem Djamaa el-Fna in Marrakesch, sie führen uns aber auch Besonderheiten muslimischen Lebens im Jemen, der Türkei und dem Iran vor Augen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2001
Juan Goytisolos Reportagen und Essays über die islamische Welt sind hervorragend dafür geeignet, den nächsten langen Flug in den Süden abzukürzen, meint der Rezensent Stefan Weidner. Er lobt Goytisolos Aufsätze über Marokko, ein Land, in dem er lange gelebt hatte, kritisiert aber auch Schilderungen über andere arabische Staaten, über die der Autor zum Teil selbst nur gelesen hat. Hier findet der Rezensent Goytisolos scharfe Kritik an der westlichen Welt, die arabische Kultur seit je ignoriert zu haben, etwas "billig". Trotzdem empfiehlt er die Mischung aus Porträts, Beschreibungen und Erinnerungen als eine Reiselektüre, die zunehmend neugierig mache, die Kultur und Zivilisation arabischer Staaten näher kennenzulernen.
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