House of Cards, Borgen und Co. - seit einiger Zeit boomen Fernsehserien, die explizit den politischen Betrieb fokussieren. Diese erreichen nicht nur ein akademisches Nischenpublikum, sondern erzielen insgesamt hohe Zuschauerquoten.
Die Beiträge des Bandes analysieren, wie der Gegenstand Politik in den Serien aufgegriffen und als Material für ihre auf Unterhaltung ausgerichteten Erzählungen aufgearbeitet wird. Über die Auseinandersetzung mit popkulturellen Produkten zeigen sie, wie politische Bilder in populären Filmen und Serien konstruiert und reproduziert werden und wie diese sich auf Wahrnehmungen und Vorstellungen von Politik auswirken. Das Interesse gilt dabei den konstruierten Bildern von Politik im Allgemeinen, aber auch den sich darin äußernden nationalen Besonderheiten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2018
Anhand von Fallstudien über politische Serien erfährt Isabell Trommer in diesem von Niko Switek herausgegebenen Sammelband, inwieweit das Fernsehen politische Wirklichkeiten abzubilden vermag, sie verkürzt, verdichtet oder beschleunigt und welches Politikbild in Serien vermittelt wird. Macht "House of Cards" zynisch? Oder "West Wing"aus uns Liberale mit Appeal? Denn hier sind sie "klug, witzig, für die gute Sache unterwegs", aber - Achtung- sie tragen Schulterpolster". Die Gefahr verzerrter Bilder des politischen Lebens wägen die Autoren ab gegen den Lehrreichtum der Serien, vermerkt Trommer, die persönlich auf die Urteilskraft der Zuschauer baut. Als Einblick in politikwissenschaftliche Interpretationen von Popkultur taugt der Band mit seinen "anregenden Überlegungen" zu Erzählweisen und politischen Systemen laut Rezensentin gut, wenngleich Trommer auch auf fade oder allzu politologische Texte stößt.
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