Aus dem Russischen von Walter Koschmal. Mit einem Nachwort von Hamid Ismailov. Bei den kleinrussischen Kosaken geht der Schrecken um: Ein feuchtfröhliches Trinkgelage wird gestört durch einen mysteriösen Fremden, der sich beim Anblick zweier Gottesbilder plötzlich in einen grausam entstellten Greis verwandelt. Es ist der sagenumwobene Zauberer, der zurückgekehrt ist, um an den Ufern des reißenden Dnjepr sein Unwesen zu treiben. Er drängt seine Tochter Katerina zum Inzest und trachtet ihrem Ehemann, dem kriegerischen Danilo Burulbasch, nach dem Leben, während die Polen zur Schlacht rüsten. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als die Liebenden gegen die dunklen Mächte des Zauberers kämpfen. Ein uralter Fluch besiegelt das Schicksal und entspinnt eine Spirale aus Begehren und Eifersucht, schwarzer Magie und brutaler Gewalt. "Schreckliche Rache", verfasst 1831 und als Teil des ersten Erzählzyklus Abende auf dem Weiler bei Dikanka erschienen, stellt die Quintessenz von Gogols frühem Schreiben dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2024
Rezensentin Sabine Berking freut sich, dass die Friedenauer Presse diese Erzählung von Nikolaj Gogol neu ediert und herausgegeben hat: Gogol hatte zu Beginn seiner Karriere einen schweren Stand, erst der Band voller "gruselig-romantischer Geschichten", in dem auch dieser Text erschienen ist, hat ihn mit seiner Mischung aus ukrainischer Dichtungstradition und russischer Sprache bekannt gemacht, erzählt Berking. Gerne liest sie diese Handlung um einen bösen Gast auf einer Hochzeit, der an Sagengestalten denken lässt - da ist alles drin, amüsiert sie sich: "Kerker, Befreiung, Flucht, Lug und Betrug, Verrat, Inzestgelüste, Überfälle der verhassten Polen" und das in einer Mischung aus Drama und Humor beschrieben. Ein "Meisterwerk", versichert sie.
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