Die Bilanz des 20. Jahrhunderts, das auf vielen Gebieten enormen technischen Fortschritt gebracht hat, ist erschreckend. Die schlimmsten Verbrecher samt ihren Untaten gegen die Menschlichkeit sind in einer "Schandhalle des Bösen" versammelt und beschrieben: 168 Männer, bekannte und unbekannte, unter ihnen Diktatoren, Regierungschefs, Massenmörder, Staatsverbrecher, Revoluzzer, Großgangster aus der Mafia. Kein genozidaler Vorgang ist übersehen oder aus irgendwelchen Vorurteilen oder Verschiedenheiten weginterpretiert. Zahlreiche Fotos und Texte aus dem Umfeld der Gegner von Völkermord und Kriegsverbrechen dokumentieren den Widerstand gegen Beutegier, Ausrottungsorgien und Terrorismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2016
Robert Probst ist sich bewusst, wie schwierig sich die Zumessung von Schuld gestaltet. In Till Zimmermanns und Nikolas Dörrs Kompendium zum Bösen irritiert ihn daher das Nebeneinander von Massenmördern wie Leopold II. und Mohammed Atta einerseits und amerikanischen Präsidenten andererseits. Dass mit den ausgewählten 168 Figuren der Historie sicher nicht alle Bösen erfasst sind, ist ihm sowieso klar. Zurück zur Definition des Bösen. Letzteres scheint Probst ein Wagnis zu sein, dem die Autoren mit Akribie begegnen, mit einer Gliederung in juristische Begrifflichkeiten sowie nüchternen mit Quellenverweisen versehenden Fakten. Das wieder gefällt Probst durchaus.
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