Er hat Macht, er hat Geld, doch seine Identität kennt niemand. Aus dem Dunkel zieht er die Fäden und handelt mit allem, was viel Geld bringt: Drogen, Waffen und Menschen. Sein Glück: Mit dem Flüchtlingsstrom kommen viele Verzweifelte nach Deutschland und müssen abtauchen. Unter ihnen findet er die willfährigen Handlanger für seine Geschäfte. Als einer von ihnen an einem verschluckten Päckchen Kokain stirbt, ermittelt Kommissar Steiger. Steiger, der sich mit seinen Chefs anlegt, der aber Gerechtigkeit will um jeden Preis, auch für die, die offiziell gar nicht existieren. Er wird nicht aufgeben, bis er ihn gefunden hat - den Mann im Hintergrund.
Muss man lesen!, meint Elmar Krekeler über die Kriminalromane von Norbert Horst. Der Autor, Kommissar für Ausländerkriminalität, Waffen- und Drogenhandel in Bielefeld, weiß nicht nur genau, wovon er schreibt, er kann es auch, gibt Krekeler zu verstehen. Von Horst und seinem Serienermittler Thomas Adam in die nach Kotze und Pisse stinkenden Flüchtlingsunterkünfte geführt, lernt Krekeler die Wege der Emigranten kennen, die mafiösen Strukturen der Schleuser und des Drogenverkehrs. Authentischer geht's nicht, versichert der Rezensent. Keiner bringt die Mechanismen der Kriminalität so nüchtern und zugleich poetisch zum Sprechen, differenziert und genau, so Krekeler.
Norbert Horst weiß, wovon er schreibt, versichert Rezensent Elmar Krekeler, denn der Kriminalschriftsteller ist selber Kommissar für Ausländerkriminalität. Entsprechend glaubwürdig schildert ihm der Autor in seinem dritten Buch um den Serienermittler Steiger jene "Paralllelwelt", in der Flüchtlinge mit falschen Identitäten in Unterkünften landen, von Security-Leuten zur Prostitution gezwungen werden oder sich in Drogenhandel und "mafiösen Systemen" verstricken. Vor allem aber beweist Horst in diesem Fall um einen jungen Flüchtling, der an den Drogen in seinem Darm starb und anschließend ausgeweidet wurde, was für ein brillanter Erzähler er ist, schwärmt Krekeler: Lakonisch, menschlich und zugleich voller Poesie schildert ihm der Autor die Mechanismen, ganz ohne zu urteilen oder heiligzusprechen, lobt der Kritiker.
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