David Wish-Wilson

Die Ratten von Perth

Thriller
Cover: Die Ratten von Perth
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518468050
Broschiert, 297 Seiten, 9,95 EUR

Klappentext

Aus dem australischen Englisch von Sven Koch. Perth, Western Australia, 1975. Die Chefin eines Luxusbordells wird ermordet. Es besteht kein Zweifel daran, dass Polizisten die Frau publikumswirksam hingerichtet haben. Alle Ermittlungen aber verlaufen im Sande. Superintendent Frank Swann will das nicht hinnehmen und ermittelt auf eigene Faust gegen seine Kollegen. Deswegen ist sein Ruin beschlossene Sache in den Etagen der Macht. Mit einem aufwändigen Verfahren soll er aus dem Verkehr gezogen werden. Aber Swann ist zäh, ruppig und gefährlich. Er schlägt zurück und setzt damit sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel. Dass er früher selbst kriminell war und selbst beste Kontakte im Milieu hat, hilft ihm in dem mörderischen Überlebenskampf. Auch wenn seine Chancen nicht allzu gut sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2017

Hannes Hintermeier gefällt, wie David Whish-Wilson Australien auf der Krimi-Weltkarte markiert. Whish-Wilsons Ermittler findet er überzeugend, die vielen Details der 70er, die der Autor in seine auf einem historischen Fall basierende Story um einen Prostituiertenmord einfließen lässt, ebenso. Das Entscheidende aber ist für Hintermeier, dass der Autor nicht so sehr den Whodunit bedient, sondern es darauf anlegt, die Doppelmoral und Skrupellosigkeit in seiner Heimatstadt Perth offenzulegen.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 26.09.2017

Der Rezensent will gar nicht mehr raus aus dem Perth von David Whish-Wilson. Komisch, denn der Autor gibt sich alle Mühe, die moralische Verkommenheit der Stadt an der Wüste herauszuarbeiten, die Korruptheit der Polizei und die Angst vor einem umgehenden Killer. Weil Whish-Wilson das aber so "schlackenlos" und sprachlich wie dramaturgisch gerade macht, und darüber hinaus auch noch den Zeitkolorit der siebziger beherrscht, Autos, Land und Frauen beschreiben kann (in dieser Reihenfolge), empfiehlt der Rezensent die Lektüre ganz uneingeschränkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.09.2017

"Die Ratten von Perth" ist kein normaler Kriminalroman, erklärt Rezensentin Sylvia Staude und zeigt sich angetan von David Whish-Wilsons so originellem wie geschicktem Erzählprinzip. Die Frage, wer der Mörder gewesen sein könnte und warum, ist von geringem Interesse, so die Kritikerin. Die Frage sei vielmehr, ob sich Wish-Wilsons Protagonist, ein "aufrechter Polizist", der seine Kollegen der Korruption bezichtigt, und sein Partner in diesem Spiel werden durchsetzen können, so Staude weiter. Selten wird man in die Lage versetzt, mit einem Polizisten mitzufühlen, Wish-Wilson gelinge dieses Kunststück in seinem düster spannendem Roman, der erste Teil einer vielversprechenden Trilogie, lobt die erwartungsfrohe Rezensentin.

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