Er war Exzentriker, Ästhet und bewandert in Kunstgeschichte und Literatur: William Beckford, Sohn aus reichem Hause, führt im England des 18. Jahrhunderts ein extravagantes Leben. Er feiert ausschweifende Feste, schreibt Märchen über den Orient und lässt das Schloss auf dem väterlichen Anwesen abreißen, um etwas Größeres zu bauen - bis zuletzt das Geld knapp wird. Norbert Miller schildert in leuchtenden Farben und mit Sympathie die skurrile Gestalt eines jungen Dandys, der sich mitten in der englischen Provinz ein künstliches Paradies erschuf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2012
Dass der Literaturwissenschaftler Norbert Miller gewissermaßen auf dem Boden bleibt und den Exzentriker William Beckford nicht über Gebühr stilisiert, rechnet Rüdiger Görner ihm hoch an. Die Deutung von Beckfords grotesken Architekturfantasien und Turmbauten als Beitrag zu den künstlichen Paradiesen a la Piranesi und Baudelaire findet er umso staunenswerter und schlüssiger. Als Gegenelexiere zur öden Konventionalität des Daseins und Entsprechungen zu Miltons Pandaemonium machen Beckfords fantastische Kompositionen für den Rezensenten Sinn. Lesenswert!
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