Er war Exzentriker, Ästhet und bewandert in Kunstgeschichte und Literatur: William Beckford, Sohn aus reichem Hause, führt im England des 18. Jahrhunderts ein extravagantes Leben. Er feiert ausschweifende Feste, schreibt Märchen über den Orient und lässt das Schloss auf dem väterlichen Anwesen abreißen, um etwas Größeres zu bauen - bis zuletzt das Geld knapp wird. Norbert Miller schildert in leuchtenden Farben und mit Sympathie die skurrile Gestalt eines jungen Dandys, der sich mitten in der englischen Provinz ein künstliches Paradies erschuf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2012
Dass der Literaturwissenschaftler Norbert Miller gewissermaßen auf dem Boden bleibt und den Exzentriker William Beckford nicht über Gebühr stilisiert, rechnet Rüdiger Görner ihm hoch an. Die Deutung von Beckfords grotesken Architekturfantasien und Turmbauten als Beitrag zu den künstlichen Paradiesen a la Piranesi und Baudelaire findet er umso staunenswerter und schlüssiger. Als Gegenelexiere zur öden Konventionalität des Daseins und Entsprechungen zu Miltons Pandaemonium machen Beckfords fantastische Kompositionen für den Rezensenten Sinn. Lesenswert!
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…