Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.11.2003
"Wie üblich macht es Finkelstein einem nicht leicht", findet Alexandra Senfft - die zunächst noch einmal daran erinnert, dass Norman G. Finkelsteins Buch über die Holocaust-Industrie "eine jüdisch-zionistische Verschwörung in der Instrumentalisierung des Holocaust nahe" gelegt habe. Was Norman G. Finkelstein sage, sei sehr wichtig, schreibt die Rezensentin weiter, doch die Art und Weise, wie er die Fakten präsentiere, irritiere und "provoziert oft selbst da zum Widerspruch, wo man ansonsten geneigt wäre, ihm zuzustimmen". "Überidentifiziert" mit den Palästinensern als Opfer, beklagt Senfft weiter, spalte Finkelstein in diesem Buch nun "die Welt in Gut und Böse". Finkelsteins Bemühen, schreibt Senfft, "die Doppelmoral der internationalen Politik zu entblößen" - etwa wenn er darauf hinweist, dass die USA unzählige Israel-kritische Resolutionen des UN-Sicherheitsrates blockiert hätten, in der Verurteilung arabischen Fehlverhaltens dagegen immer sofort zur Stelle seien - konnte die Rezensentin dagegen offenbar durchaus etwas abgewinnen. Am deutlichsten kritisiert Senfft Finkelsteins "Vergleichsmanie", die ihn hier nun dazu verleite, "unablässig das israelische Verhalten mit den Nazis und die Situation der Palästinenser mit den Juden unter Hitler gleichzustellen". Mit Blick auf eine Lösung des Konflikts fände die Rezensentin jedenfalls "nüchterne Fakten, die für sich selbst sprechen" aussichtsreicher als "Vergleiche, die vom eigentlichen Thema ablenken".
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