Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer und anderen. Neben seinem literarischen Werk beeindruckt David Grossman immer wieder mit seinen Essays und Reden zu Politik, Gesellschaft und Literatur. "Die Lage ist zu verzweifelt, um sie den Verzweifelten zu überlassen", meint er. Für den preisgekrönten Autor ist das Politische untrennbar mit dem Privaten verbunden. Wenn Grossman die Situation in Israel fünfzig Jahre nach dem Sechstagekrieg analysiert, die Folgen der anhaltenden politischen Verzweiflung in Nahost oder die Aufgabe der Literatur im postfaktischen Zeitalter beschreibt, bezieht er seine persönliche Situation stets mit ein. Seine Plädoyers für Freiheit und Individualität, gegen Defätismus und Resignation sind Texte, die bleiben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2018
Carmen Eller zeigt sich angetan von David Grossmans Essays und Reden aus den Jahren 2008-2017. Mehr als ein Zeitvertreib bis zum nächsten Roman des Autors sind ihr die Texte, weil sie den Leser mit dem Autor um die Welt reisen lassen und die Untrennbarkeit von Politik und Privatem bei Grossman verdeutlichen. Bewegend, nicht sentimental findet sie Grossmans Schilderungen, eindringlich, doch nicht belehrend seine Analysen. Dass der israelische Schriftsteller mit seiner Heimat ins Gericht geht und lieber für die Literatur als großem Gegenspieler des Krieges Partei ergreift, gefällt Eller.
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