Aus dem Hebräischen von Stefan Siebers. In fünf Erzählungen berichtet Avraham Chasson höchst anschaulich vom Leben in der West Bank zwischen dem Ende des Sechstagekriegs und dem Beginn der Intifada. Vor den Augen eines jüdischen Bauern und Händlers, den die Suche nach dem Glück in die imposantesten Regionen des biblischen Landes führt, zerplatzen Träume und nehmen Schicksale ihren Lauf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.05.2001
Rar sind die israelischen Schriftsteller, meint Ludwig Amman, in deren Büchern auch Araber vorkommen. Avraham Chasson ist so einer, der für Amman unzweifelsfrei auch aus dem eigenen Leben plaudert, das ihn als Gebrauchtwagenhändler und Pilot der israelischen Luftwaffe auch in das Westjordanland geführt hat. Seine fünf in diesem Band versammelten Erzählungen umspannen den Zeitraum von der Besetzung dieses Gebiets bis zur Intifada, teilt Amman mit. Die beiden Protagonisten, ein israelischer Ex-Ingenieur und ein geschäftetreibender Araber - als "Schnäppchenjäger" charakterisiert sie Amman - versuchten immer wieder, aus der Situation Kapital zu schlagen. Wobei sie stets selbst überlistet werden, verrät der Rezensent. Durch ihren unsentimentalen Blick, der nicht auf die große Politik, sondern den Alltag gerichtet sei, gelinge es dem Erzähler sehr eindringlich, das Leben unter der Besatzung zu schildern. "Hinter jedem Geschäft mit dem jüdischen Besatzer verbirgt sich ein düsteres Schicksal", fasst Amman zusammen.
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