Aus dem Englischen von Gunnar Kwisinski. Bei einer Verfolgungsjagd durch die Londoner City entdeckt Detective Nick Belsey einen Bunker und ein mysteriöses Tunnellabyrinth unter den Straßen der Stadt. Der Verdächtige verschwindet darin spurlos, aber der ungewöhnliche Ort bringt Belsey auf eine Idee: Am Abend verabredet er sich dort mit einer jungen Frau zu einem ganz besonderen Rendezvous. Als er die junge Frau in der Dunkelheit des Tunnelsystems verliert, ist ihm bald klar, dass sie entführt worden ist. Weil niemand erfahren darf, dass er selbst in den Fall verwickelt ist, ermittelt Belsey fieberhaft und muss seinen Kollegen immer einen Schritt voraus sein: Er liefert sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Entführer, gerät immer tiefer in die Londoner Unterwelt hinein und stößt dabei auf eine eiskalte Rachegeschichte, die bis in die Zeiten des Kalten Krieges zurückreicht.
Belsey auf alle prozedurale Regeln, auf die ihn Polizeichefs oder das Krimigenre verpflichten könnten. Dabei bewegt er sich nicht unbedingt mit pfeilschneller Eleganz durch Londons Straßen, sondern eher wie eine Flipperkugel, kreuz und quer, kurz trudelnd, aber dann gleich wieder mit so viel Karacho, dass man am besten Autos und Kinder in Sicherheit bringt. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.11.2014
Nicolas Freund verzeiht dem Autor beinahe alles. Etwa dass Oliver Harris seinen Junkie-Detective als flaches Abziehbild gestaltet oder Teile des Romans sich wie ein Drehbuch lesen, skizzenhaft, unfertig. Für Freund lebt der Text ohnehin durch die Rechercherabeit des Autors und die Londoner Topografie, die Harris ihm eingeschrieben hat. Wenn der Protagonist in die Unterwelt der Stadt, in Tunnel und Gänge abtaucht, um seinen Fall zu lösen, kommt es Freund vor, als wohne er einer Psychoanalyse bei, die das Unterbewusste der Stadt assoziativ freilegt. Für den Rezensenten ein geisterhaftes Erlebnis.
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