Oliver Müller

Wirtschaftsmacht Indien

Chance und Herausforderung für uns
Cover: Wirtschaftsmacht Indien
Carl Hanser Verlag, München 2006
ISBN 9783446406759
Gebunden, 312 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Nach China ist in Asien ein zweiter Riese erwacht, dessen Aufstieg zum Global Player die Welt spürbar verändert. Indien erlebt einen nie gekannten Wirtschaftsaufschwung und gewaltige gesellschaftliche Umwälzungen. Es wächst dauerhaft mit sieben bis acht Prozent, gebiert eine riesige Mittelschicht und bringt innovative, weltweit wettbewerbsfähige Unternehmen hervor. Gestern noch das Land der Slums und Schlangenbeschwörer, macht die größte Demokratie der Welt heute als aufstrebende Technologienation Schlagzeilen, die dem Westen hochwertige Arbeitsplätze streitig macht. Indien wird zum "Büro der Welt", zu ihrem "verlängerten Labor": Immer mehr Dienstleistungen werden dorthin ausgelagert, auch von deutschen Firmen. Zugleich schafft der Wirtschaftsboom einen neuen Schlüsselmarkt der Zukunft, und auch geopolitisch fällt der Nation im 21. Jahrhundert eine Schlüsselrolle zu. Was müssen wir wissen, um Indien als Markt und Wettbewerber richtig einzuschätzen? Wie können deutsche Firmen Indiens Kostenvorteile und Talentreserven nutzen, um die Globalisierung zu meistern? Welche Gefahren birgt Indien für sie? Was bedeuten Indiens aufblühende Wissensindustrien für unseren Lebensstandard? Wird das Land sein Potenzial wirklich ausschöpfen können - oder wird es an seinen inneren Widersprüchen, seinen noch immer immensen Entwicklungsherausforderungen scheitern?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.10.2006

Die"mit neoliberaler Ideologie gespickte" Einschätzung des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Zukunftschancen Indiens stößt Sven Hansen zwar in vielem negativ auf, zur Lektüre empfehlen kann er das Buch trotzdem. Besonders interessant findet er die häufigen Vergleiche mit China, die kompetent ausfallen, weil Müller vor seiner Station in Indien Handelsblatt-Korrespondent in London war. Hier findet er die Komplexität der Globalisierung besonders anschaulich dargestellt. Sträflich vernachlässigt kommen ihm aber die sozialen Spannungen vor, die der Autor einfach ignoriere. So kann sich Hansen auch nicht der Prognose Müllers anschließen, die indische Mittelschicht werde aus politischer Klugheit schon irgendwann die notwendigen Reformen einleiten, die auch die Situation der Landbevölkerung verbessern.

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