Aus dem Englischen von Christoph Schuler. Der international gefeierte Comic-Autor Olivier Schrauwen nimmt uns in Sonntag für einen Tag mit in den Gedankenstrom von Thibault. Dieser außergewöhnlich durchschnittliche Mittdreißiger verbringt eine gefühlte Ewigkeit - tatsächlich aber genau einen Sonntag - alleine in seinem Haus. An dem Tag, an dem seine Freundin von einer längeren Reise zurückkehren soll, wacht Thibault auf, hängt rum, kriegt James Brown nicht aus dem Kopf, trinkt, raucht, sinniert über seine Beziehung und kämpt mit dem Verfassen von Textnachrichten, während er allen und jedem aus dem Weg geht und immer tiefer in seine Gedanken und Ängste abdriftet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.05.2025
Fast nichts und doch ungemein viel passiert in dieser umfangreichen Graphic Novel, jubelt Rezensent Fritz Göttler. Olivier Schrauwen porträtiert in dieser Veröffentlichung seinen Cousin Thibaut Schrauwen, beziehungsweise einen Tag im Leben Thibauts, einen Sonntag genauer gesagt, an dem Thibaut Oblomow-mäßig wenig tut. Und sich dafür mal hierhin mal dahin imaginiert, wie wir von Göttler erfahren. Text und Bild verbinden sich hier assoziativ, in sprunghafter Manier geht es zum Beispiel plötzlich nach Afrika, Thibaults Exfreundin spielt eine wichtige Rolle, teilweise werden ziemlich finstere Figuren der keineswegs sympathisch angelegten Hauptfigur aufgegriffen. Thibault selbst macht derweil nicht viel, irgendwann isst er immerhin etwas, liest einen Satz bei C.G. Jung, schaut Filme. Ein klassischer Erzählfluss, stellt Göttler klar, kommt dabei nicht auf, vielmehr handelt es sich um eine visuelle Fundgrube, die immer wieder neue Verbindungen und Imaginationen ermöglicht und durch ein eigenwillig reduziertes Farbschema, das vor allem auf Orange- und Blautönen basiert und teilweise von einer KI generiert wurde, besticht. Alles in allem ist der Rezensent ziemlich begeistert von dieser außergewöhnlichen Graphic Novel.
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