Männer beherrschen die Straße. Mit überdimensionierten Karossen, aggressivem Verhalten oder unangemessener Lautstärke. Das ist durch die Verkehrsstatistik gut belegt, aber dennoch nur Symptom eines größeren Problems. Starre und mächtige Netzwerke in Politik, Behörden, Verbänden, Unternehmen und Wissenschaft, allesamt von Männern dominiert, verhindern den dringend notwendigen Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Mobilität für Deutschland. Wirtschaftswissenschaftler Boris von Heesen belegt mit erschütternden Fakten und schlüssigen Argumenten, wie patriarchale Strukturen unsere Mobilität prägen und so die Verkehrswende blockieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.09.2025
Boris von Heesen nimmt sich, findet Rezensentin Hannah Cada, einem wichtigen Thema an, nämlich der Autoversessenheit von Männern. Das Patriarchat zeigt sich nicht zuletzt an der Männerdomäne Auto, Verkehrsminister sind in Deutschland durchweg männlich, Verkehrstote allerdings ebenfalls mehrheitlich, woran zu sehen ist, dass patriarchale Strukturen auch Männern schaden. Drogenopfer etwa sind auch öfter Männer als Frauen, mit Blick auf die Autos glaubt der Autor, dass die Probleme mit der gegenwärtigen männlichen Sozialisation anfangen. Ob die Welt wirklich gar so viel besser wäre, wenn das Geschlechterungleichgewicht in Autokonzernvorständen ein anderes wäre? Cada ist sich da nicht so sicher, allerdings geht es Heesen auch in erster Linie darum, auf ungünstige Rollenbilder hinzuweisen. Und in dieser Hinsicht ist die Rezensentin mit dem Autor dieses lesenswerten Buches einer Meinung.
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