Die Grimm Brothers
Eine Lucky-Luke-Hommage 8 von Flix und Reinhard Kleist

Egmont Ehapa Media, Berlin 2026
ISBN
9783770411849
Gebunden, 48 Seiten, 17,00
EUR
Klappentext
Es war einmal im Wilden Westen … In Deutschland kennt jedes Kind die Märchen der Brüder Grimm. Aber im Wilden Westen kann man mit Schneewittchen und dem Froschkönig wenig anfangen. Das merken Jacob und Wilhelm Grimm schnell, denn ihre Lesereise in Amerika droht ein gewaltiger Flop zu werden. Um das Publikum zu begeistern, wollen die Brüder ihr Repertoire um amerikanische Märchen erweitern und wenden sich mit ihrem Anliegen an Ma Dalton. Die tischt ihnen die Geschichte von den vier grundanständigen Gebrüdern auf - ein sofortiger Hit in den Saloons. Doch die in Wahrheit gar grimmigen Gebrüder sind mit dem plötzlichen Imagewandel, den ihnen diese Märchen bescheren, überhaupt nicht einverstanden. Glücklicherweise ist Lucky Luke zur Stelle, um den beiden Märchensammlern aus der Patsche zu helfen!
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 04.07.2026
Bei Comic-Legenden wie Lucky Luke und Leutnant Blueberry bietet es sich an, ihnen nach mehreren Jahrzehnten Popularität gelegentlich einen neuen Anstrich zu verleihen, findet Rezensent Christoph Haas, der gleich drei Hommage-Bände entdeckt. Flix und Reinhard Kleist lassen den Cowboy nun auf die Brüder Grimm treffen, die in den USA aus ihren "Kinder- und Hausmärchen" lesen wollen, das will nur keiner hören, resümiert Haas. Auch der Versuch, stattdessen amerikanische Märchen aufzuspüren, schlägt fehl, erfahren wir, zwischen den Brüdern und der altbekannten Dalton-Family spielt sich ein Kulturschock ab. Die Witze sind für den Kritiker nicht so überraschend, aber ihm gefallen die Märchenanspielungen, etwa, wenn Jolly Jumper Banditen in die Flucht schlägt wie die Bremer Stadtmusikanten, auch der "etwas kratzige" Stil gefällt ihm.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2026
Rezensent Fritz Göttler denkt wehmütig an alte Lucky-Luke-Zeiten zurück, als die Westernwelt noch in in Ordnung war. Dass Flix und sein Zeichner Reinhard Kleist jetzt die Brüder Grimm in die Wilden Westen schicken, um dort ihre Hausmärchen zu verbreiten, was natürlich scheitert, bis Lucky Luke persönlich sich dessen annimmt, kann Göttler nur bedingt lustig finden. Daran ändern auch allerhand Stereotype über die Deutschen nichts und auch nicht Nick-Cave- und Bowie-Lookalikes. Und auch die offenkundige Orientierung des Personals an den Vorbildern von Morris kann Göttler nicht recht überzeugen. Die Geschichte aus der Western-Welt ist holprig und hektisch geworden, bedauert er. Die Autoren scheinen nicht vertraut genug mit dem Western, so Göttler.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2026
Rezensent Tilman Spreckelsen kann mit dem neuen Lucky Luke von Flix und Reinhard Kleist eine Menge anfangen. Das liegt auch daran, dass die Autoren eine aberwitzige Story um die Brüder Grimm in Amerika entwerfen, in deren Verlauf, die Märchensammler bei der Mutter der Daltons fündig werden, die kurzerhand eine Lügengeschichte über ihre braven Söhne und den grässlichen Lucky Luke in die Welt setzt. Dass Flix die Gelegenheit beim Schopf packt und Anspielungen auf Fake News und unsere polische Gegenwart einfließen lässt, gefällt Spreckelsen ebenso gut wie die vielen Bezüge zu deutschen Märchen (Jolly Jumper mimt die Bremer Stadtmusikanten). Allerhand Klischees über die Deutschen muss der Leser allerdings aushalten können, warnt Spreckelsen.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 06.06.2026
Zeit ist bei Lucky Luke ein flexibles Konstrukt, weiß Rezensent Matthias Heine, deshalb kann der Cowboy in seinem neuen Abenteuer auch auf die Brüder Grimm treffen, die in den USA auf Lesereise sind. Zustande kam diese Reise wegen einer Verwechslung der Worte Salon/Saloon, lesen wir, sie ist auch nicht so recht erfolgreich, sodass Luke sich immer wieder für die Brüder verbürgen muss und dabei viele Anspielungen auf Hans im Glück oder die Bremer Stadtmusikanten fallen. Dass Flix und Kleist sich dabei nicht unbedingt als große Grimm-Kenner offenbaren und die Eigenschaften der Brüder vertauschen, ist für Heine zu vernachlässigen, denn der Band ist, gerade durch die Idee, Ma Dalton als amerikanische Märchenerzählerin einzusetzen, eine tolle Hommage geworden, schließt der Kritiker.