1933 befand sich Oskar Maria Graf auf Lesereise in Wien und forderte mit seinem hier zu hörenden Aufruf die neuen Machthaber in der Heimat auf, auch seine Bücher der reinen Flamme des Geistes zu übergeben. Es folgen 34 Jahre im Exil, Jahre, die er in dieser O-Ton-Zusammenstellung passieren lässt. Und der Autor erzählt von Menschen, die er kannte, so wie er schrieb: amüsant, mit bayerischem Dialekt und immer von tiefster Menschlichkeit durchdrungen.
Schon in Oskar Maria Grafs ironischer Selbstbezeichnung "Provinzschriftsteller. Spezialität: ländliche Sachen" hört Rezensent Konrad Heidkamp all das für Graf so typische "intellektuell-urige Understatement". In diesen zwischen 1958 und 1964 entsandenen Aufzeichnungen - verschiedene Lesungen und ein Radiointerview - bestätigt sich für den Rezensenten das Bild eines "großen Dichters", weil "mündlicher Stegreiferzähler". Denn hier klingt Grafs Stimme als "lederhosene Verbindung aus selbstbewusstem, provokantem Dialekt und dem Wissen ums allgemein zugängliche Schriftdeutsch". Graf mache klar, wo die Kraft des Dialekts und speziell des Bayrischen liege, nämlich "das Hehre und Pathetische wieder auf den Boden der Tatsachen" zurückzuholen, es "respektvoll" zu "profanieren". Oskar Maria Graf, und das zeige sich wunderbar in diesem Hörbuch, habe "etwas von der nachsichtigen Grandezza eines Negerhäuptlings, der sich zum Fremden neigt".
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