Frauen und Männer arbeiten auf unterschiedliche Weise an der Attraktivität ihrer Körper, ebenso unterscheiden sich die Schönheitshandlungen privilegierter und unterprivilegierter Menschen voneinander. Das Buch bietet erstmals eine systematische Analyse klassen- und geschlechtsspezifischer Schönheitspraktiken und verknüpft sie mit der Frage nach sozialer Macht. Anhand von Interviews beleuchtet es das Spektrum und den Stellenwert von Körperpflege und -manipulation in den verschiedenen Gruppen. In Schönheitsdiskursen und -praktiken zeigt sich sowohl das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern als auch die Unterlegenheit bildungsferner Milieus. Ein überraschender Schluss lautet, dass bei der Arbeit am Körper die klassenspezifischen Unterschiede in mancher Hinsicht größer sind als die Differenzen zwischen den Geschlechtern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2010
Otto Penz' empirische Studie zum "Schönheitshandeln", in der er die Ergebnisse zu Befragungen berufstätiger Männer und Frauen unterer, mittlerer und höherer gesellschaftlicher Schichten ausgewertet hat, stellt Manuela Lenzen vor. Dabei findet sie weniger den Befund überraschend, dass der Soziologe zu dem Schluss kommt, dass höhere Schichten definieren, was "guter Geschmack" oder "natürliche Schönheit" ist, als die Unterschiede im täglichen Bemühen um das eigene Aussehen zwischen den Geschlechtern. Beizupflichten scheint sie dem Autor, wenn er resümiert, nicht Kleider, sondern die Körper machten heute Leute, sprich bestimmten ihren gesellschaftlichen Status. Am Ende nimmt Lenzen aus dieser Studie die Erkenntnis mit, dass ungeachtet des Bemühens um Individualität "Schönheitshandlungen" und "Klassenzugehörigkeit" eng miteinander verbunden sind.
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