Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt. Rom zu Beginn der achtziger Jahre. Drei junge Frauen, Luciana, Valentina und Cecilia, an einem sehr schwierigen Punkt ihres Lebens: sie sind ungewollt schwanger. Drei parallel verlaufende Lebensgeschichten, die sich ähneln und doch ganz unterschiedlich sind. Luciana arbeitet für eine Zeitung, die geschlossen wird, sie ist in einen Mann verliebt, der nichts mehrvon ihr wissen will; Valentina ist siebzehn, geht noch zur Schule und träumt davon, Psychologin zu werden; Cecilia lebt in einem besetzten Haus und auf der Straße, stets begleitet von ihrem Hund. Alle drei sind verunsichert, verletzlich und verwirrt angesichts des radikalen Umbruchs, der ihnen bevorsteht. Verwirrt, wenn nicht sogar völlig abwesend sind auch die zukünftigen Väter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2022
Rezensentin Christiane Pöhlmann findet Gefallen an Paolo Die Paolos Roman "Und doch so fern". Der 1983 geborene Autor lässt darin einen namenlosen Ich-Erzähler ohne Wertung und stets gefällig von den Leben dreier Frauen erzählen, die vor dem Hintergrund ungünstiger Rahmenbedingungen Schwangerschaften durchmachen, denn für Abtreibungen ist es im Fall von der Schülerin Valentina, der erfolgreichen Journalistin Luciana und der Häuser besetzenden Cecilia bereits zu spät. Dass es sich bei dem Erzähler vermutlich um eines dieser ausgetragenen Kinder handelt, findet die Rezensentin stark, die hier behandelten "pränatalen Verunsicherungen" würden ihr zufolge zudem plastisch, einfühlsam und ergreifend. Wer den Roman aufgrund der Kritik hinsichtlich "biologischer Aneignung" nicht lesen sollte, verpasse einen anregenden und stillen Roman, resümiert Pöhlmann.
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