Aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock. Videgrain, Soldat des 11. Regiments, ist mit einem Motorrad unterwegs an der Front, Stukas greifen an, die Straßen sind mit Leichen übersät. 1940 sind die Deutschen auf dem Vormarsch und bringen den Franzosen eine vernichtende Niederlage bei. Das besetzte Frankreich ist der Handlungsort einer Burleske, in der Soldaten gefangen genommen werden, fliehen, wieder festgesetzt werden, um am Ende eine kurze Zuflucht auf einem Bauernhof zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2019
Christian Gasser freut sich, dass der Comic den Zweiten Weltkrieg entdeckt. Pascal Rabatés Darstellung, so beiläufig und alltagsnah wie sie ist, scheint Gasser den richtigen Ansatz zu verfolgen. Dass der Autor keine Heldengeschichte schreibt, sondern das Elend des Krieges schildert, nah bei den Figuren, einem demoralisierten Trupp Kriegsgefangener, findet Gasser adäquat. Rabatés Konzentration auf menschliche Dramen und moralische Konflikte, klischeefrei, ohne Pathos, historische Faktenhuberei und Scheu vor banalen Soldatengesprächen, aber mit viel schwarzem Humor, fängt die Zeit nach der französischen Kapitulation gut ein, meint Gasser.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.07.2019
Leicht kommt Martina Knoben Pascal Rabatés Kriegspanorama vor, fast bukolisch, wenn der Autor seinen "Allerweltssoldaten" Videgrain auf frühsommerlichen Alleen und Feldwegen zeigt. Wenn aber Stukas auftauchen oder Tote, weiß Knoben wieder, worum es geht, auch wenn die Rekonstruktion der Kriegsereignisse nicht im Vordergrund steht, wie sie erklärt. Rabaté ist es um die Gesichter des Krieges zu tun, so Knoben. Dass der Autor diese mit wenigen Strichen zu zeichnen weiß und seine Hauptfigur tapfer gegen die Entmenschlichung des Krieges kämpfen lässt, findet sie der Lektüre wert.
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