Patricia Thoma

Im Jugendarrest

Cover: Im Jugendarrest
Jacoby und Stuart Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783964282699
Gebunden, 96 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

In diesem Comic kommen Jugendliche zu Wort, die das Gefühl teilen, von der Gesellschaft ignoriert und fallengelassen zu werden. Sie aber haben uns viel zu erzählen. Über ihre starke emotionale Bindung an die Familie. Über falsche Freunde, die bezahlt werden wollen, und die Vorstellung von Freiheit, die im Kopf beginnt. Für die Zeit nach dem Arrest wünschen sie sich eine Art von "Reset", wie bei einer Computerfestplatte, auf der alles gelöscht und von vorn begonnen werden kann. Doch Erinnerungen lassen sich nicht löschen - der Teufelskreis aus häuslicher Gewalt, Schulabbruch, Perspektivlosigkeit, Sucht und Straftaten ist nicht so einfach unterbrechen. So sollen diese von den Jugendlichen selbst verfassten Texte und selbst gezeichneten Bilder Einblicke in ihre Gedankenwelt geben, ohne jedoch die Opferperspektive aus dem Blick zu verlieren.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.01.2026

Beeindruckt ist Rezensentin Marielle Kreienborg von diesem Comic, das Patricia Thoma gemeinsam mit Jugendlichen und Mitarbeitern der Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg gestaltet hat. Thoma hat sich mit Insassen und auch mit Betreuern unterhalten, die Bilder selbst entstanden dann nach der Vorlage von Fotos, die die Beteiligten beim Nachspielen verschiedener Szenen zeigen. So konnten die Jugendlichen vergleichsweise leicht selbst zeichnerisch aktiv werden und auch ihre Individualität in die Veröffentlichung mit einbringen - daneben stehen Thomas eigene Bilder. Thematisch geht es in dem Band darum, wie die Jugendlichen lernen, über ihr eigenes Leben nachzudenken und wie sie manchmal neue Erfahrungen machen, etwa wenn sie zum ersten Mal ein Buch ausleihen. Gut gefällt Kreienborg auch, dass manche Worte in den Zeichnungen durchgestrichen sind, was auf die gewalttätige Wirkung von Sprache und auch gesellschaftliche Prägung verweist. Eine wichtige Veröffentlichung ist dieser Band, findet die Rezensentin, weil hier die Dinge beim Namen genannt werden und zwar von den Betroffenen selbst. Mehr davon, so das Fazit.

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