Im Jahr 1952 machte Ernesto Guevara mit seinem Freund Alberto Granado eine Motorradreise, die durch sein Tagebuch und den Film The Motorcycle Diaries berühmt wurde. Nahezu ein halbes Jahrhundert später begibt sich der Journalist Patrick Symmes, mit einem ungleich besseren Motorrad ausgerüstet, bewaffnet mit nicht mehr als einem Notizbuch, einem Exemplar dieses Tagebuchs und ein paar Ersatzteilen auf die Suche nach den Spuren des jungen Che. Ein neues Abenteuer beginnt. In bester angelsächsischer Tradition führt uns der Reisebericht von Symmes spannend und unterhaltsam in Geschichte und Gegenwart Lateinamerikas ein. Die überwältigende Landschaft und die Gastfreundschaft der Bewohner machen die Reise zu einem einzigartigen Erlebnis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2006
Der Rezensent Uwe Stolzmann ist sehr angetan von dieser Reisereportage, die seiner Meinung nach auch essayistische Qualitäten hat - auch wenn der Autor Patrick Symmes (sonst arbeitet der New Yorker als Journalist) sein eigentliches Ziel verfehlt. Das ist nämlich erklärtermaßen, den "Menschen hinter der Ikone" Che Guevara zu finden. Doch was ihm statt dessen gelungen ist, ist nach Stolzmanns Meinung umso lesenswerter, sowohl was den Stil als auch den Inhalt betrifft: "Er verbindet Analysen mit Impressionen, er gleitet vom Heute ins Gestern und wieder zurück, und stetig misst er das eine am anderen: die Gegenwart am Vergangenen". Dadurch und durch Symmes gründliches Quellenstudium entstehen in den Augen des Rezensenten "Bruchstücke einer Sozialgeschichte Lateinamerikas."
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.10.2005
Überaus angetan zeigt sich Rezensent Wolfgang Büscher von Patrick Symmes' Buch "Reiseziel Che Guevara". Wie er berichtet, hat sich der amerikanische Journalist auf die Suche nach dem Mythos Che Guevara gemacht und dessen südamerikanische Motorradreise von 1952 noch einmal unternommen. Vorliegendes Buch, das auf dieser Reise entstanden ist, ist Büscher zufolge beides: Bildnis des Kontinents und Biografie des legendären Revolutionärs. Er betont, dass Symmes kein Che-Nostalgiker ist und dass er auch die "Latino-Illusionen" nicht teilt. Ein gewisses Maß an Empathie und Sympathie aber spricht Büscher dem Autor nicht ab und nennt ihn einen "Gringo von einigem Mitgefühl". Entsprechend beurteilt er das Buch als "manchmal grausam nüchtern und manchmal zart bis wütend melancholisch". Abgesehen von einigen Ausfällen in einen "landserhaften Cowboyjargon" findet Büscher das Buch zudem gut geschrieben. Und er bescheinigt dem Autor einen klaren, aber respektvollen Blick auf seinen Revolutionshelden.
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