Die Kubanische Revolution hat bis heute nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt. Sie ist Vorbild und Bezugspunkt für sämtliche nachfolgenden Befreiungsbewegungen in Lateinamerika, ihre politischen Anführer Fidel Castro und Che Guevara wurden zu Ikonen des Kampfes David gegen Goliath. Im ersten Teil seiner umfassenden Erinnerungen schildert der "Comandante en Jefe" Fidel Castro minutiös den Guerillakampf in der Sierra Maestra im Jahr 1958, die Schwierigkeiten bei der Organisation des Widerstandes gegen einen zahlenmäßig weit überlegenen Gegner und die entscheidenden Schlachten, die schließlich zum Sturz des Diktators Batista führten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012
Volker Skierka sieht betont sachlich und mitunter etwas zu minutiös "Herrscherwissen" ausgebreitet, wenn der 86-jährige Fidel Castro seine Erinnerungen an die Revolution zwischen 1956 und 1958 erzählt. Gerade bei Kampfhandlungen im kubanischen Urwald rekapituliert der Comandante derart detailliert die geografischen Gegebenheiten, dass ein sehr aufmerksames Studium des dem Buch beigegebenen Kartenmaterials erforderlich wird, was der Rezensent reichlich anstrengend findet. Castro unterlegt seine Ausführungen über dieses durchaus nicht unbekannte Kapitel der Revolutionsgeschichte mit vielen Fotos, Dokumenten, Faksimiles und Karten und beansprucht dabei über 'seine' Revolution die "Deutungshoheit", die keine kritischen Gedanken zulässt, so Skierka. Auffallend findet er, dass Castro seinen Bruder Raul, der mittlerweile die Regierung übernommen hat, bestenfalls auf Fotos in seine Erinnerungen hereinholt. Der wiederum hat ausschließlich alten Weggefährten wichtige Posten zudachte. So bleibt es in Kuba bei einer "stehen gebliebenen Revolution", die in ihren anachronistischen Zuständen verharrt, so der Rezensent bedauernd.
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