Paul Erker (Hg.)

Rechnung für Hitlers Krieg

Aspekte und Probleme des Lastenausgleichs
Cover: Rechnung für Hitlers Krieg
Regionalkultur Verlag, Heidelberg 2004
ISBN 9783897352469
Kartoniert, 272 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Der Lastenausgleich gilt gemeinhin als Erfolgsgeschichte, als eine der tragenden Säulen der Sozialstaat-Entwicklung und der unter sozialpolitischem Vorzeichen erfolgten Kriegsfolgenbewältigung der Bundesrepublik. Er beinhaltete die größte Wirtschafts- und Finanztransaktion der deutschen Geschichte. Die Beiträge des Sammelbandes wurden im Rahmen der "Pforzheimer Gespräche" vorgetragen und diskutiert. Sie verfolgen das Ziel, das komplexe historische Phänomen "Lastenausgleich" wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit wie der historischen Forschung zu rücken, in seinen unterschiedlichen Dimensionen und Problemaspekten neu und weiter zu denken und in neue methodische und theoretische Ansätze einzubinden. Dabei werden die rechtlichen Aspekte des Lastenausgleichs, seine wirtschaftlichen Implikationen, sozial- und kommunalpolitische Gesichtspunkte sowie die Entwicklung in der DDR untersucht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2004

Constantin Goschler beginnt seine Besprechung dieses von Paul Erker herausgegebenen Bandes mit der Feststellung, dass im Zuge der zunehmenden Erinnerung an die deutschen Opfer von Bombenkrieg und Vertreibung in den vergangenen Jahren merkwürdigerweise die Geschichte des Lastenausgleichs weitgehend ausgeklammert werde. Lobend erwähnt der Rezensent daher, dass die Beiträge dieses Bandes sich den Auswirkungen dieses Vorgangs "gleichermaßen in der Makro- und Mikroperspektive" näherten. Im Übrigen beschränkt Goschler sich darauf zu referieren, dass man aus diesem Band erfahre, dass der Lastenausgleich in keinem Fall die volle Erstattung der erlittenen Schäden leistete, und auch der angestrebte Umverteilungseffekt gering, die Integrationswirkungen aber dennoch erheblich gewesen seien, und die Gesamtbilanz insofern gemischt ausfalle; und dass der Lastenausgleich seit den 80-er Jahren, in denen die materiellen Leistungen ausliefen, mehr und mehr zu einem erinnerungspolitischen Projekt wurde, in dem sich nun der schwierige "Balanceakt zwischen der neuen Identität der Bundesrepublik und der Kontinuität zum ehemaligen Deutschen Reich" dokumentiere.

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