Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser und Nina Frey. Der katholische Teil von Belfast in den frühen achtziger Jahren ist ein erschreckender Ort für einen ebenso klugen wie feinfühligen Jungen, dessen bester Freund seine kleine Schwester ist und dessen Lieblingsfilm "Der Zauberer von Oz". In seiner Phantasie erträumt sich Mickey eine Zukunft als Filmstar in Amerika, obwohl seine Welt bereits hinter der nächsten Straßenecke endet.
Unterdessen entdeckt er seine Liebe für das unerreichbare Nachbarmädchen, hat Angst vor der neuen Schule mit den wilden Jungs und macht einen Ausflug zu den verbotenen Hügeln, um einmal einen Blick dahin zu wagen, wo alles anders ist und eine bessere Zukunft auf ihn warten könnte.
Nicht zuletzt um seiner mutigen, resoluten und nimmermüden Mutter zu einem kleinen Stück vom Glück zu verhelfen, entwickelt Mickey einen überraschenden Plan.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2016
Mitten in die gewalttätige Welt der Kinderbanden im Belfast der Achtziger beamt dieses Debüt unseren Rezensenten. An Paul McVeighs Prosa schätzt Hans-Peter Kunisch das Anschauliche und den grimmigen Witz, mit dem der Autor aus seiner eigenen Erfahrungswelt schöpft. Den verzweifelten Kampf eines sanftmütigen Jungen gegen die Anforderungen der Straße beschreibt McVeigh laut Kunisch rührend und mit erzählerischer Finesse, etwa wenn die Abwärtsspirale kurz anhält, um Momente der Verbundeheit zwischen Vater und Sohn einzuziehen, ehe die Verlorenheit der Figuren wieder überdeutlich wird.
Was für ein Debüt, schwärmt Claus-Ulrich Bielefeld, der in Paul McVeighs Roman einem sensiblen Heranwachsenden durch ein katholisches Arbeiterviertel in Irland Anfang der achtziger Jahre folgt. Beeindruckt bemerkt der Kritiker, wie der Autor in aller Drastik von den tödlichen Konflikten zwischen Katholiken und Prostestanten erzählt, zugleich mit "grimmigem Humor" den saufenden Vater, den Bruder, der bei der IRA aktiv ist, und die strahlende Mutter porträtiert. Ein "üppiger" und "farbiger" Roman, der nicht zuletzt eine Spur Utopie in sich trägt, schließt der Rezensent.
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