Mit 2320 Abbildungen. Aus dem Vorwort: Vor Ihnen liegt eine zeitgeschichtliche Dokumentation. Es ist ein Tagebuch, aufgezeichnet in der damaligen Gegenwart durch den Journalisten und Schriftleiter der Münsterschen Zeitung, Paulheinz Wantzen (1901-1974). Wantzen schrieb dieses Tagebuch, bestehend aus 19 Büchern mit insgesamt 6.200 Manuskriptseiten, in der Zeit von 1939 bis 1946. Zusätzlich hat er ca. 4.500 gesammelte Dokumente wie Zeitungsartikel, Fotos, Flugblätter, Lebensmittelmarken usw. eingefügt. Geschrieben in altdeutscher Schrift (Sütterlin), gibt es nahezu lückenlos das Geschehen der sechs Kriegsjahre aus der Sicht eines Journalisten ?in der Heimat? wieder. Wantzen berichtet in und von Münster, aber diese Berichte und die beschriebenen Lebensumstände sind sicherlich auch repräsentativ für andere Städte. Wantzen war nie Mitglied der NSDAP ? wie viele seiner Zeitgenossen sympathisierte jedoch auch er mit den vorgestellten Plänen und Zielen des Regimes. Er stand diesem aber auch sehr kritisch gegenüber - wie er in vielen Bemerkungen zum Ausdruck brachte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2001
Iring Fetscher findet das Tagebuch des unbelehrbaren nationalsozialistischen "Hauptschriftleiters" Paulheinz Wantzen bei allen Vorbehalten gegen die politische Einstellung des Verfassers überaus informativ. Denn Wantzen habe nicht nur während des 2. Weltkrieges seine Gedanken aufs Papier gebracht, sondern diese mit zahlreichen Flugblättern der Alliierten, Zeitungsausschnitten und vertraulichen Informationen aus dem Propagandaministerium illustriert. Für den Rezensenten ist das Tagebuch nicht nur eine wichtige Quelle zur "Geschichte 'nicht ganz von unten'", sondern auch zur Wahrnehmung eines "unbelehrbaren" Nazis. Sympathisch ist Wantzen dem Rezensenten keineswegs, aber eine positive Eigenschaft mag Fetscher ihm lassen: Sein Sammelfleiß hat der Nachwelt durchaus spannende Dokumente erhalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2000
Recht fasziniert äußert sich Klaus Natorp über dieses voluminöse, außerdem mit Zeitungsausschnitten und Flugblättern bereicherte Tagebuch eines Münsteraner Regimeanhängers in der Nazi-Zeit. Der Rezensent zeichnet nach, wie Wantzen, gerade durch seinen Detailreichtum, ein Bild vom Alltag jener Zeit gibt. "Schwer erträglich" sei das manchmal, zumal Wantzen keinerlei Distanz zum Regime habe und gläubig seine Propaganda nachbete. Natorp macht aber auch darauf aufmerksam, dass sich die Menschen damals kaum informieren konnten und darum besonders anfällig für die Verlautbarungen des Systems blieben. Und "wer beim Abhören von Feindsendern ertappt wurde, musste mit Zuchthaus rechnen". Natorp empfiehlt jedem interessierten Leser das schmerzliche Vergnügen, "einen typischen Deutschen von damals im Originalton zu hören".
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