Aus dem Englischen von Anette Grube. Die junge Australierin Gaby Bailllieux hackt ein amerikanisches Sicherheitssystem und befreit Tausende Gefangene. Im Fall einer Auslieferung in die USA droht der Hackerin die Todesstrafe. Der Journalist Felix Moore glaubt sofort an eine längst überfällige Racheaktion gegen die USA, die 1975 den australischen Premierminister von der Bildfläche verschwinden ließ. Ein geheimer Staatsstreich, ein Angriff auf die australische Verfassung und keiner spricht davon; bis auf Felix Moore, der seine ganze journalistische Karriere darauf verwendet, gegen Australiens große Amnesie anzuschreiben. Nun soll Moore der geheimnisvollen Nerdin den Kopf aus der Schlinge ziehen und gerät dabei selbst in lebensbedrohliche Bedrängnis. Wusste Gaby, dass sie den USA den Cyberkrieg erklärt oder wollte sie wirklich nur Flüchtlinge aus australischen Internierungslagern befreien? Moores Recherchen führen ihn nicht nur in die Abgründe unseres digitalen Zeitalters, sondern in zutiefst menschliche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.08.2016
Sylvia Staude kommt aus der Puste mit Peter Careys Langstreckensprint. Dass der Autor bis zum Ende seines Romans voll auf die Tube drückt und die Rezensentin einen Coup erwarten lässt, der nicht kommt, würde sie ihm gerne verzeihen. Der Sturz der australischen Labor-Regierung durch britische und amerikanische Geheimdienste 1975, der Bildungsroman einer Hackerin, die Leiden eines alternden Journalisten auf der Spur ihrer Geschichte und die Story mehrerer dysfunktionaler Familien aber findet sie einfach zu viel für ein einziges Buch. Da kann Carey noch so scharf seine Figuren zeichnen und einfühlend erzählen, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2016
Rezensent Thomas Thiel wird nur zwischenzeitlich gepackt von Peter Careys Politthriller. Der Strom der Ereignisse im Buch scheint dem Rezensenten allzu bedeutungsschwanger. Das liegt an der Figur des "Prahlreporters", der als Ghost die Biografie einer Hackerin schreiben soll. Immerhin erfährt der Rezensent unterwegs auch eine Menge über die australische Linke und ihre Erpressung durch die amerikanische Politik im Jahr 1975, Vorgänge, die der Autor ihm vielschichtig und einfühlsam zu schildern weiß. Überdies bietet der Text für Thiel etwas zu üppig gestreute sexuelle Metaphern. Eine stärkere Profilierung der Figur des Hackers hätte sich Thiel stattdessen gewünscht.
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