Peter Esterhazy

Fancsiko und Pinta

Geschichten auf ein Stück Schnur gefädelt.
Cover: Fancsiko und Pinta
Berlin Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783827004062
Gebunden, 142 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Zsuzsanna Gahse. Wer "Harmonia Caelestis" gelesen hat, glaubt mit Recht, "die Familie" zu kennen. Ja, wir kennen schon diese Mutter und diesen Vater in Fancsiko und Pinta, sie ist "meine Mutter" und er ist "mein Vater". Oder nicht? Es gibt nur eine Mutter und einen Vater. Wir kennen sogar das "So lernte mein Vater meine Mutter kennen". Aber den Blick des jungen Autors, den kennen wir nicht. Das Buch wurde 1972-74 geschrieben und erschien 1976 in Ungarn als erste Veröffentlichung des damals 26-jährigen Peter Esterhazy. Wir sehen die fünfziger Jahre, die sechziger, diese Familie, alles kommt einem vertraut vor - nur die Beleuchtung ist eine andere, neue.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.03.2003

Sehr angetan ist die Rezensentin Marion Löhndorf von Peter Esterhazys Erstlingsroman, von dieser "phantastischen Geschichte, die den Schrecken der Kindheit und die Schönheit ihrer Fluchtwege vermisst". Die Titelhelden Fancsiko und Pinta, erklärt Löhndorf, sind weder "Menschen" noch "Dämonen", sondern "Kopfgeburten", nämlich die imaginären Spielkameraden eines kleinen Jungen, der als Ich-Erzähler im Rückblick schreibt. Sie sind der Versuch der spielerischen Ablenkung von den Spannungen innerhalb der Familie, zwischen den Eltern. Doch ihre "schwerelose Zauberwelt" wird immer wieder von der Wirklichkeit "ernüchtert". Für die Rezensentin zeichnet sich Esterhazys Erzählweise durch seine Zurückhaltung aus: In der Erzählung, die nach dem Scheitern der Ehe das Leben mit der Mutter beschreibt, sind es die "Alltagssituationen", die die "großen Gefühle" zutage fördern. Auch erscheint der Vater als ambivalentes, "heimliches Zentrum der Geschichte", um das sich "unausgesprochene Fragen" ranken. Und auch wenn der Ich-Erzähler den "Deckmantel der Ironie" eng um sich geschlungen hat, meint Löhndorf, so ragt doch die Trauer hindurch. So wird der Stil zum "Markantesten" an Esterhazys Roman, schreibt die Rezensentin. Dessen Kunst liege nicht im "Was", sondern im "Wie".
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