Mit 20 Abbildungen und 1 Karte. Antonius der Große, der als Einsiedler in der Wüste teuflischen Versuchungen widersteht und zum Leitbild des Mönchtums wird, ist eine Schlüsselfigur des frühen Christentums. Peter Gemeinhardt erzählt anhand der zahlreichen antiken Quellen das über hundert Jahre währende Leben des Heiligen und zeigt, warum dieses Urbild eines Asketen gerade in der Moderne so viele Schriftsteller und Künstler inspiriert hat. Kaum ein antiker Christ hat seine Zeitgenossen so fasziniert wie Antonius (um 250 - 356). Das Leben des ägyptischen Eremiten ist ein Fenster zu einer fremden und fernen Welt, in der das Christentum eine Religion neben anderen war, von inneren Kämpfen zerrissen, von römischen Kaisern grausam verfolgt und auf der Suche nach einem Weg, als Christ in der Welt - oder an ihren Rändern - den Glauben zu leben. Peter Gemeinhardt rekonstruiert das Leben des Heiligen von seiner Kindheit in Mittelägypten über den langen Rückzug in die Wüste bis zu seinem Tod im gesegneten Alter von 105 Jahren. Er beschreibt seine Lehre vom eigenen Rhythmus der Seele, den es zu finden gilt, und geht den zahlreichen Bildern und Legenden rund um Antonius nach, von der Verehrung als "Mönchsvater" im Mittelalter bis zu den surrealistischen Visionen seiner Versuchungen im 20. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013
Macht dem Rezensenten Freude, dieser kleine Band, in dem der Kirchenhistoriker Peter Gemeinhardt die reiche Literatur über Antonius, seines Zeichens erster Mönch, Asket, christlicher Athlet, Heiler und Schutzpatron und beliebtes Motiv bei Redon, Corinth und Max Ernst, und dessen Wirkungsgeschichte nachzeichnet. Sehr elegant, weil bündig umrissen, erscheint Helmut Mayer, wie sich dem Leser hier die hagiografische Fleißarbeit, eine heikle Balance nicht selten, wie Mayer lernt, und die schrittweise Verheiligung der Figur erschließen.
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