Peter Handke

Innere Dialoge an den Rändern

2016-2021
Cover: Innere Dialoge an den Rändern
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2022
ISBN 9783990272633
Gebunden, 384 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Im vielfältigen Werk Peter Handkes gehören die Journale gewiss zu den Büchern, in denen uns Leserinnen und Lesern der Dichter am nächsten kommt, auch in seinem "Ideal", in der "Souveränität eines, der von niemandem etwas will, von niemandem etwas fordert, von niemandem etwas erwartet". Seine über die Jahregesammelten Aufzeichnungen sind ein Wunder der Literatur.  Handke zitiert darin (auswendig) aus seinen Lektüren, aus Tolstoi, Goethe, Doderer, Simenon, aus der Apostelgeschichte u. a., blättert im bereits knisternden Griechisch-Deutsch-Schulwörterbuch, schreibt an der "Obstdiebin ", später an "Zdeněk Adamec" und an "Das zweite Schwert", zweifelt, wundert sich, horcht, beobachtet mit zartem Blick seine nahe Umgebung und erdichtet wieder und wieder ein 11. Gebot. Wir dürfen ihn durch die Jahre bei all dem begleiten, auch durch die "Quarantänestille " der jüngsten Zeit.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 04.06.2022

Rezensent Helmut Böttiger vergisst nicht die "Epiphanien des Alltags" in Peter Handkes Journalen aus den Jahren 2016-2021. Darüber hinaus bieten ihm die kurzen Notate einen Einblick in Handkes Poetik einer wilden Romantik mit Sinnlichkeit und Aufmerksamkeit fürs Randständige und Nebensächliche, für Außenseiter und Sonderlinge. Handkes mitunter zorniges Angehen gegen den Terror der Genauigkeit und für das Schleierhafte lässt Böttiger erkennen: Hier schreibt einer nicht gegen die Gegenwart, sondern auf der dauernden Suche nach neuen Wörtern für sie. Privates und Politisches suche der Leser hier besser gar nicht erst, rät der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.04.2022

Rezensent Jörg Magenau empfiehlt das Buch von Peter Handke eingefleischten Fans. Mit Handke denkend, redend und schreibend die Welt erfahren, scheint ihm durchaus faszinierend, vorausgesetzt der Leser gibt sich mit dem Übungscharakter und dem Unfertigen der hier versammelten Tagebuchnotizen aus den Jahren 2016-2021 zufrieden, so Magenau. Wie der Autor im Selbstgespräch, im Aphorismus Stimmungen, Schmerz, Wut, Trauer  etc. festhält und transzendiert, ist für Magenau "Wortarbeit" im besten Sinne. Handkes Übungen zu Beiworten und Verben scheinen ihm nachahmenswert, auch wenn man nicht alles lesen muss, was hier festgehalten ist, schon gar nicht chronologisch, so der Rezensent. Einen editorischen Anmerkungsteil vermisst Magenau.