Peter Hoeg

Die Kinder der Elefantenhüter

Roman
Cover: Die Kinder der Elefantenhüter
Carl Hanser Verlag, München 2010
ISBN 9783446235526
Gebunden, 486 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle. Auf den ersten Blick sind die Finos aus Dänemark eine ganz normale Familie: Der Vater ist Pastor, die Mutter spielt Orgel, Peters großer Bruder studiert Astronomie. Doch an einem Karfreitag sind plötzlich die Eltern verschwunden, die schon einmal durch zweifelhafte Wundertaten mit der Justiz in Konflikt geraten waren. Um Vater und Mutter vor weiteren Torheiten zu bewahren, beginnen Peter und seine Schwester Tilte eine großangelegte Suchaktion. Inmitten falscher Heiliger und fanatischer Sinnsucher finden sie ihre eigene Tür zur Freiheit und zum Glück.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2011

Nach Uwe Stolzmanns bedauerndem Dafürhalten könnte Peter Hoeg ein so wundervoller Erzähler sein, wenn er nicht so einen fürchterlichen Hang zur Esoterik hätte. So rollt der Rezensent auch angesichts des jüngsten Romans des dänischen Erfolgsautors nicht wenig mit den Augen, wenn eine Geschwisterschar nach dem Verschwinden der Pastoren-Eltern ein terroristisches Komplott bekämpft, das die Versöhnung der Religionen verhindern dienen soll. Ziemlich "aufgeblasen" das Ganze, befindet Stolzmann, der auch das Ende, in dem es um das persönliche Glück des 14-jährigen Erzählers geht, nicht wirklich befriedigend zu finden scheint. Zumindest hat er sich aber von den vielen wirklich "gut erzählten Passagen" etwas entschädigen lassen, wie er zugibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.01.2011

Nach dem allseits bemäkelten literarischen Comeback des dänischen Erfolgsautors Peter Hoeg von 2006 zeigt sich Kristina Maidt-Zinke von seinem jüngsten Werk eher angenehm überrascht. Natürlich begibt sich der Autor auch diesmal auf eine "spirituelle Sinnsuche", indem er drei Pfarrerskinder auf der Suche nach ihren verschwundenen Eltern den Weltfrieden retten lässt. All dies geschieht aber mit einem 14-jährigen, wunderbar unterhaltsamen Erzähler, der witzig, altklug und ironisch so manche Astrid-Lindgren-Figur ins Gedächtnis ruft, wie die Rezensentin amüsiert bemerkt. Zugegeben, die Spannung der Handlung hält sich streckenweise in Grenzen, und die große Frage nach Möglichkeiten der Freiheit, die Hoeg hier verfolgt, wird natürlich trotz Happy End nicht abschließend geklärt, räumt Maidt-Zinke ein. Trotzdem klappt sie das Buch mit einem guten Gefühl zu, wenn sie dem Buch auch Schwierigkeiten dafür prophezeit, dass es seine Zielgruppe - jugendliche oder erwachsene Leser - nicht eindeutiger definiert.
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