Stolze Hansestadt, Zentrum des Ostseehandels, Freie Stadt in der Ordnung von Versailles, Ort des Kriegsausbruchs von 1939, Schauplatz eines beispiellosen Wiederaufbaus, Stadt der "Blechtrommel" und der Solidarnosc: Danzigs Geschichte zwischen Deutschland und Polen ist spannend und faszinierend zugleich. Von den prähistorischen Bernsteinsammlern über die slawischen Herzöge von Danzig, die folgenschwere Eroberung durch den Deutschen Orden und die Unterwerfung unter den polnischen König führte Danzigs Entwicklung zu einer bemerkenswerten Blüte: Um 1650 war zwischen Moskau und Amsterdam keine Stadt größer und reicher als die Hafenstadt an der Weichsel. Es folgte ein langer Niedergang, der zur Einverleibung durch Preußen führte. 1945 wurde das alte Danzig zerstört, die deutschen Einwohner vertrieben. Aber ein Wunder geschah: Die neue polnische Bevölkerung baute das historische Zentrum wieder auf und entdeckte nach vielen Jahrzehnten die vielstimmigen Geschichten dieser Stadt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2011
In einem "Sitz" durchzulesen, sei dieses Buch, schreibt Hans-Albrecht Koch in bester Absicht. Manchmal verlässt sich der Autor bei seiner bis in die Bronzezeit zurückgehenden Geschichte Danzigs ein bisschen zu sehr auf den literarischen Gewährsmann Günter Grass, findet er (zumal er dem Autor selbst eine "flotte Feder" attestiert). Seine Leidenschaft und Kenntnis betreffend Gdansk oder Danzig nimmt er ihm allerdings zweifelsfrei ab. Dass Peter Oliver Loew auf die Jahre 1980 bis 1990 und die Solidarnosc-Bewegung besonderes Gewicht legt, findet er angemessen. Ein Buch, so Koch, für jeden Danzig- und Polen-Interessierten.
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