Peter Stephan Jungk

Das elektrische Herz

Roman
Cover: Das elektrische Herz
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2011
ISBN 9783552055278
Gebunden, 192 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Der ehemals erfolgreiche Dramatiker Max David Villanders kämpft seit seiner Jugend mit Herzproblemen. Als er neunzehn ist, wird das Loch zwischen den Vorhöfen erkannt und geschlossen. Jahre später muss er sich wieder einer Operation unterziehen. Das Herz gibt sich nicht mehr mit der Rolle des schweigenden treuen Dieners zufrieden und mischt sich kommentierend immer wieder in das Leben von Max ein. So entsteht ein gemeinsames Buch - eine Geschichte über das Leben und die Bedeutsamkeit der Liebe. Das "elektrische Herz" stößt Max in erotische Verwirrungen und führt ihn auf untreue Abwege. Eine wunderbare Komödie über eine sonderbare Beziehung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.07.2011

Enttäuscht legt Joseph Hanimann das Buch beiseite. Nein, zu Herzen, wie sich der Autor das sicher gewünscht hat, geht ihm diese in Du-Form als Dialog zwischen dem (Frauen-)Helden und seinem kaputten Herzen erzählte Geschichte überhaupt nicht. Zu konstruiert erscheint ihm das Ganze, zu sehr gespickt mit musikalischen und zeithistorischen Anspielungen, zu wenig ausgearbeitet bei den Figuren und den Witzen, zu unentschieden zwischen unmittelbarem Erzählen und ironischer Brechung. Dabei lobt Hanimann Peter Stephan Jungks Beherrschung der Erzählbewegung zwischen Mann und Herz und die Detailschilderungen, etwa wenn die Chirurgenhand das malträtierte Organ ergreift. Nur als Roman scheint es eben nicht ergreifend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2011

Kilian Trotier berichtet von einer für ihn überflüssigen Lektüre. Der Roman von Peter Stephan Jungk verfügt zwar über eine interessante Grundkonstellation (Herz und Herr kommen ins Gespräch), der Autor allerdings, das teilt uns Trotier vorsorglich mit, versäumt jegliche Chance, daraus ein mit Gewinn zu lesendes Buch zu machen. Zwar findet der Rezensent die Schreibe flott, der Autor, so kritisiert Trotier, nimmt sich jedoch keine Zeit für den Leser und für weitergehende Gedanken oder feine Tragikomik im Stile Woody Allens. So fühlt sich der Rezensent in dieser kuriosen Lebensrückschau abgespeist mit Erhebungen über erotische Abenteuer und andere Seichtheiten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.04.2011

Regelrecht gerührt ist Rüdiger Görner von dieser romantischen Erzählung um eine fast unmögliche Liebe, die aber nie ins Kitschige abgleitet, wie er beteuert. Peter Stephan Jungk erzählt darin von der Liebe des Dramatikers Villanders zu einer Postbotin, die, um sein Herz zu prüfen, einen Bericht seines bisherigen Liebeslebens verlangt. Es gibt nun zwei Ich-Erzähler, Villanders und dessen Herz, und Görner fühlt sich dabei an Alberto Moravias von Dories Dörrie verfilmten Roman "Ich und Er" erinnert -, in der sich ein Mann gegen seinen Schwanz durchsetzen muss -, meint aber, dass Jungks Geschichte viel tiefgründiger sei. Nie fabuliere der Autor, sein Erzählfluss kenne keine Rhythmusstörungen und schließlich beschenke er den Leser auch noch mit einem burlesken Happyend.
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