Armin Thurnher

Der Übergänger

Roman
Cover: Der Übergänger
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2009
ISBN 9783552053670
Gebunden, 252 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Sein Beruf ist Journalist, seine Passion die Musik, sein Leitstern der Pianist Alfred Brendel. "Der Übergänger" handelt von der übergroßen Verehrung des Erzählers für Brendel. Gerade deswegen wagt er es lange Zeit nicht, ihn um ein Interview zu ersuchen; als er es dann doch tut, wird die Bitte prompt abgeschlagen. Er schickt Brendel aber einen Text, den er über ihn geschrieben hat. Nun ist dieser zu einem Treffen bereit, es wird jedoch immer wieder verhindert. Als der Erzähler vom bevorstehenden Rückzug Alfred Brendels aus dem Konzertleben erfährt, beschließt er, es noch einmal zu versuchen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2010

Sehr schön findet Hans-Jürg Schings, was dem Wiener Autor und Gründer der Stadtzeitung "Falter" Armin Thurnher in seinem Roman gelingt. Es handelt es sich um eine überaus kenntnisreiche Liebeserklärung an den Pianisten Alfred Brendel. Mit diesem verwickelt sich die wirklichkeitsnah angelegte fiktive Erzählerfigur Armin Thurnher in eine etwas intrikate ständige Verfehlungsgeschichte. Daran, dass Thurnher sehr genau und treffend über die Musik und die Persönlichkeit Brendels zu schreiben, ändert das, so Schings, aber nichts. (Später im Buch begegnet, ja, umarmt man sich auch.) Und natürlich muss ein solcher Roman im Schatten eines anderen Pianistenromanklassikers stehen: Thomas Bernhards Glenn-Gould-Fantasie "Der Untergeher". Sehr ausdrücklich versteht Thurnher sein Buch - Titel, na eben, "Der Übergänger" - als Gegenentwurf zum Bernhard-Roman. Und vor allem versteht er Brendel, den dem Leben zugewandten, witzigen Mann als eine dem zum selbstmythisierenden Melancholiker Gould in jeder Hinsicht vorzuziehende Pianistenfigur.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2010

Zufrieden scheint Ingeborg Waldinger mit dem Debütroman von Armin Thurnher, dem Gründer und Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung "Der Falter". Im Mittelpunkt des Buchs sieht sie den vom Autor hochverehrten Pianisten Alfred Brendel, daneben geht es aber um Musik überhaupt und um Österreich-Kritik. Waldinger hebt eine Fülle von Bezügen und Anklängen zu Thomas Bernhards Glenn-Gould-Roman "Der Untergeher" hervor. Und sie schätzt die Sprach- und Situationskomik des Autors. Nichtsdestoweniger verschweigt sie nicht, dass das Buch sie "sprachlich wie inhaltlich" erst ab der zweiten Hälfte überzeugt hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.10.2009

Lieber als Bernhards den absoluten Kunst- und Selbstabschaffungsbegriff personifizierender "Untergeher" Gould ist dem Rezensenten die im Zentrum von Armin Thurnhers "Gegenbuch" zu Bernhard stehende pragmatische und menschenfreundliche Figur des Übergängers Alfred Brendel. Der "Brendel-Tick" des Autors, der sich in diesem Buch in Form von feuilletonistischen Geschichten über das Wiener Establishment (im Musikverein, im Waldviertel), über den Pianisten selbst und seine Zeitgenossen niederschlägt, ist Rezensent Christoph Bartmann sympathisch. Ebenso die für die urteilsfreie Konfession einer persönlichen Begeisterung (beinahe altmodisch, findet Bartmann) gewählte kleine Form.

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