Aus dem Englischen von Mafred Roth. Pflanzensamen sind meist kleine und unscheinbare Gebilde, die unseren Blicken verborgen sind nichts als winzige Körnchen. Und doch haben sie unsere Entwicklung bestimmt und hatten Einfluss darauf, wo und wie wir leben. Aber nicht nur unsere wichtigsten Nahrungsmittel sind Samen man denke nur an Reis, Weizen, Kaffee, Nüsse, Bohnen oder Oliven. Sie sind auch die Basis für Stoffe, Farben und viele andere Dinge unseres täglichen Gebrauchs. Peter Thompson erzählt die Geschichte unserer Zivilisation als eine Geschichte der Beziehung zwischen Mensch und Samen und zeigt uns die Geheimnisse dieser so unscheinbaren Körnchen. Er berichtet beispielsweise wie die Verbreitung von Weizen zur Entstehung von Städten führte und erläutert, welche Tricks Samen auf Lager haben, um ihr Überleben zu gewährleisten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.01.2013
Sabine Rohlf ist sehr angetan von der originellen These des Botanikers Peter Thompson, die Sesshaftwerdung des Menschen seit der Neolithischen Revolution nicht als Triumph über die Natur, sondern als Bund zu lesen, in dem zu gleichen Teilen auch die Pflanze den Menschen Auflagen unterstellte. Beeindruckend findet sie aber auch, mit welcher Akribie Thompson das Innere des Pflanzenlebens vorstellt und dabei noch eine Geschichte der Botanik formuliert, in deren Verlauf es immer wieder zu Konflikten mit den Sachwaltern der dominierenden Weltanschauungen kam. Auch wegen Thompsons "höflich formulierten Sorgen" über die Zukunft wegen der industriellen Überzüchtung vieler Pflanzensorten füht sich Rohlf am Ende bestens informiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012
Das Buch nennt Rezensent Hannes Hintermeier das Vermächtnis eines Forscherlebens. Der Botaniker und Pflanzenphysiologe Peter Thompson hat es geschrieben, ein Kollege nach Thompsons Tod vollendet. Für Hintermeier besticht der Band durch die Fähigkeit des Autors ausgehend von seinem Fach weitreichende Fragen zu stellen, etwa zum Verhältnis Mensch-Pflanze, das alles andere als ein von unserer Spezies gelenktes ist, wie Hintermeier hier lernt. Drum auch die Pflanzenperspektive, die der Autor für sein Buch wählt, damit trägt er den wahren Herrschaftsverhältnissen zwischen uns und Reis, Mais, Weizen und Co. Rechnung, erläutert der Rezensent. So dicht der Band Hintermeier verfasst scheint, so biologistisch lehrbuchartig, so pragmatisch erinnert der Autor den Leser daran, wie sehr unser Dasein doch von unserer Beziehung zur Pflanze abhängt.
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