Aus dem Französischen von Georg Holzer. Nach den "Amoren für Cassandre" (1552), in denen der französische Renaissancepoet eine florentinische Bankierstochter besingt, und den "Amoren für Marie" (1556), die von der unglücklichen Liebe des Dichters zu einem hübschen fünfzehnjährigen Bauernmädchen handeln, knüpft Ronsard in seinem Spätwerk von 1578 programmatisch an diese beiden Sonettzyklen an: Caterina de' Medici, die Königin von Frankreich selbst war es, die den Dichter dazu ermutigte, ihrer Zofe Hélène de Surgères durch ein Auftragswerk den Hof zu machen - allerdings blieben auch diese Liebesbekundungen unerhört. Und so feiert Ronsard in den "Sonetten für Hélène" erneut unter dem Einfluss Petrarcas die platonische Liebe zu einer Frauengestalt, deren Züge nicht selten denen der schönen Helena aus Troja gleichen.
Dem zweisprachigen Band werden auch sämtliche verstreuten Amoren beigegeben, so dass nun die gesamte Liebeslyrik Ronsards in der vielgelobten Übersetzung des André-Gide-Preisträger Georg Holzer zugänglich ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017
Rezensent Niklas Bender liest gerne über Pierre de Ronsards Liebesfuror. Den Mix aus Pathos und Komik, mit dem der Dichter um seine Helene wirbt, findet er reizvoll. Mal grell, mal anrührend, meint er, bedichtet der Autor seine Verführungsabsichten und die Vergänglichkeit des Daseins. Die Entscheidung des Übersetzers und Herausgebers, die metrische Form zu erhalten, die Sprache aber zu erneuern, führt laut Bender nur manchmal zu einem "unnötig" saloppen Ton. An dem Verdienst der Ausgabe, den wohl wichtigsten französischen Dichter des 16. Jahrhunderts bei uns zu präsentieren, ändert das für Bender allerdings nichts.
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