Piper Verlag, München 2026
ISBN
9783492074575 Gebunden, 128 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Andreas Jandl. Gaza-Stadt 2014: In einer versteckten Gasse stößt der Fotojournalist Julien auf einen alten Mann, der inmitten von Büchern lebt. Nabil Al Jaber öffnet seine Buchhandlung mit Tagesanbruch, liest auf ihrer Schwelle und schenkt denen, die zu ihm kommen, ein eigens für sie ausgewähltes Buch. Als Julien den Sechsundsechzigjährigen fotografieren will, ermahnt dieser ihn, sich erst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Ein Leben, das während der Nakba begann und für das Schicksal eines ganzen Volkes steht. Nabil erzählt von Flucht und Vertreibung, von einem dem Elend abgetrotzten Glück - und von der Literatur, die ihm Halt und Hoffnung gab.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.03.2026
In Frankreich hat dieses Buch großen Erfolg gehabt, weiß Rezensent Dirk Fuhrig über den Roman des Politik- und Islamwissenschaftlers Rachid Benzine: Ihren Ausgang nimmt die Handlung bei dem Aufeinandertreffen eines Fotografen und eines Buchhändlers in Gaza. Der Fotograf will ein Foto von dem palästinensischen Händler machen, der erlaubt es aber nur unter der Bedingung, dass der andere sich seine Lebensgeschichte anhört, erklärt der Kritiker. Es geht dann um die Nakba, den Sechs-Tage-Krieg, eine lange Haft in Israel, in der der Buchhändler viel Zeit zum Lesen hatte, insbesondere die Lektüre von Frantz Fanon war einschneidend. Für den Kritiker liest sich das bisweilen etwas gefühlig und durch die personale Perspektive zwangsläufig einseitig, aber dennoch hat diese auf universelle Werte abzielende Geschichte tröstenden Charakter, versichert er.
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