Aus dem Französischen von Alexandra Beilharz. Mit einem Vorwort von Barbara Vinken. Erste deutsche Übersetzung des 1928 in Frankreich erschienenen Essays "Pourquoi je ne suis pas féministe". Die französische Schriftstellerin Rachilde (1860-1953) beschäftigt sich hier auf provokante und humorvolle Weise mit dem Feminismus ihrer Epoche. An den Beispielen Erziehung, Bildung, Religion, Liebe und Mode analysiert sie das damalige Leben der Frauen und insbesondere der Schriftstellerinnen, der "Femmes de lettres". Sie amüsiert sich über Frauen, die trinken und rauchen wie Männer, die sich das Haar kurz schneiden lassen und Hosen tragen. Das alles geschieht aber auch nicht ohne Selbstironie: Zu Beginn ihrer Karriere - Ende des 19. Jahrhunderts - hat sich die Autorin ebenfalls als Mann verkleidet. Als der Essay erschien, war Rachilde 68 Jahre alt und längst selbst eine erfolgreiche Schriftstellerin und Literaturkritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2024
Rezensentin Sonja Asal fällt es nicht immer leicht, in diesem Essay der Pariser Skandalautorin Rachilde aka Marguerite Eymery von 1928 den ironischen Freigeist der Autorin von dem reaktionären Gedankengut ihrer Zeit zu unterscheiden. Schließlich war die Freundin von Verlaine und Jarry so ziemlich gegen alles, was der Zeitgeist diktierte, ob Rauchen, Bubikopf, kurze Kleider, Abkehr von der Religion, und als Feministin wollte sie nicht gelten. Den erstmals auf Deutsch zu lesenden Essay der Salondame mit der offiziellen Erlaubnis zur Travestie liest Asal als eine Art Lebensbilanz mit Erinnerungsblitzen an die Kindheit der Autorin.
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