Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2026
ISBN
9783455022056 Gebunden, 432 Seiten, 27,00
EUR
Klappentext
Aus dem Tschechischen von Raija Hauck. Dieser Roman erzählt zwei miteinander verwobene Geschichten, die sich wie Wasser und Feuer begegnen - gegensätzlich und doch untrennbar. Im Zentrum stehen unbezwingbare Liebe und raffinierte Gewalt, familiäre Prägungen und ideologische Verführungen. Die Figuren dieses Romans tragen die Narben ihrer Herkunft und ihrer Zeit: einer Gesellschaft, die nach innen wie an ihren Rändern verhärtet ist - gegenüber den Sensiblen, den Verletzlichen, den sogenannten Schwächeren. Ihr Leiden ist kein individuelles Versagen, sondern Symptom einer Epoche. Und hinter allem scheint eine dunkle Macht zu wirken: die Kobolde.
Im tschechischen Original bereits 2011 erschienen, liegt dieser Doppelroman der tschechischen Schriftstellerin Radka Denemarkova nun auch auf Deutsch vor und Rezensent Maximilian Mengeringhaus würde ihn nur zu gern empfehlen - denn das Thema ist ein wichtiges: Im ersten Teil geht es um den Tyrannen Michael Kobold, der in die Bürgerstöchter Hella in den 1930er Jahren aus der Moldau rettet, heiratet und von nun demütigt, schlägt und foltert. Der zweite Teil des Romans begleitet dessen uneheliche Tochter Justyna, die ihne Unterstützung von Schule oder Jugendamt für ihre neun Kinder kämpft, resümiert der Kritiker. Denemarkova geht es um die patriarchale Gewalt in der "gefühllosen" tschechischen Gesellschaft, erfahren wir. Davon weiß sie drastisch zu erzählen, nur leider erstickt das wichtige Thema im "Stilblütendickicht", seufzt der Rezensent.
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