Ins Deutsche übersetzt von Christian Weise. Das vorliegende Buch nimmt die Leserschaft mit auf eine Reise in den Mikrokosmos der ukrainischen Intellektuellen der 1960er, welcher auf der Literaturkritik Iwan Dsjubas, dem Organisationstalent Iwan Switlytschnys und den brillanten poetischen Talenten von Wasyl Symonenko, Lina Kostenko, Mykola Winhranowsky und vielen anderen beruhte. Anhand zahlreicher Zeugnisse der ukrainischen Sechziger-Bewegung erleben wir die Biographien junger Menschen, die in den turbulenten Zeiten des Chruschtschow'schen "Tauwetters" eine originelle Kultur schufen, ihre Geschichte von Zweifeln sowie Kämpfen und schließlich die Zivilcourage einer neuen ukrainischen Generation sowie Kohorte von Kulturschaffenden, die durch gemeinsame Überzeugungen, gegenseitigen Respekt, Ehrlichkeit und Solidarität eng miteinander verbunden waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.07.2025
In seiner Reihe der Ukraine-Bibliothek stellt Kritiker Christian Thomas das Buch des Historikers Radomyr Mokryk vor, der sich mit den ukrainischen "Sechzigern" auseinandersetzt, einer losen Gruppierung von Intellektuellen und Kunstschaffenden, die in der Post-Stalin-Sowjetunion zahlreichen Repressalien ausgesetzt war. Widerstand gegen die Sowjetmacht und künstlerische Freiheit war der Gruppe um beispielsweise den Filmemacher Serhij Paradschanow oder den Dichter Machailo Kozjubynskyj wichtig, erfahren wir. Zensur, Repressalien und Verhaftungen waren die Antwort der Regierung auf die Proteste gegen die "Russifizierung", schildert Thomas. Mokryk habe viele Interviews geführt und zeige damit auch viele Parallelen zur heutigen Zeit auf. Der Rezensent hätte sich nur gewünscht, dass neben der inhaltlichen auch die sprachliche Ebene besser ausgestaltet wäre.
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