Rainer Malkowski

Die Herkunft der Uhr

Gedichte
Cover: Die Herkunft der Uhr
Carl Hanser Verlag, München 2004
ISBN 9783446205574
Gebunden, 95 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Vom Nashorn, das sich standhaft weigert, in ein Gedicht hineingebracht zu werden, und vom Widerschein des Alphabets in einem Gesicht. Rainer Malkowskis Gedichte gehen von klaren Bildern aus und führen mit Witz und mancher überraschenden Wendung zu erhellenden Reflexionen. Der letzte Gedichtband des großen Dichters - mit einem Nachwort von Albert von Schirnding, der ein Porträt des Dichters zeichnet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.03.2005

Rainer Malkowskis Gedichte gleichen einer Kirchenmaus, findet Nico Bleutge, nicht irgendeiner, gar armen Kirchenmaus, sondern der Maus auf den Bildern von Wilhelm Heess. Sie ist zart und klein und kann die Wucht eines Kirchenbaus brechen oder ins Wanken bringen, schreibt Bleutge. Ähnlich ergeht es ihm mit den Gedichten Malkowskis, in deren "zarten Windungen für einen Augenblick die ganze Welt gespeichert sein kann". Malkowski war einer, so Bleutge, der den genauen Blick hatte und eine Liebe zu den Dingen besaß, ein "Augenmensch", der seine Wahrnehmungen von scheinbar Nebensächlichem in seinen Gedichten entweder zu Stilleben oder in große Denkbilder verwandelte. Der vorliegende Gedichtband versammelt nun, zwei Jahre nach dem Tod Malkowskis, zur Hälfte von Malkowski selbst noch für dieses Buch zusammengestellte Gedichte, zur anderen Hälfte etwa zwei Dutzend Gedicht aus dem Nachlass, die teilweise nur auf Tonband festgehalten waren und offensichtlich noch überarbeitet werden sollten. Albert von Schirnding habe ein kluges Nachwort beigesteuert, schreibt Bleutge, das die lyrische Produktion Malkowskis kritisch und liebevoll begleite.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2005

Sehr berührt ist Walter Hinck von diesen letzten Gedichten Rainer Malkowski, die nun, ein gutes Jahr nach dem Tod des Lyrikers, erschienen sind. Die erste Abteilung hat Malkowski noch selbst zusammengestellt, informiert uns Hinck, die zweite fügt Gedichte aus dem Nachlass hinzu. Auch diesmal sind die Gedichte dem Rezensenten direkt ins Mark gedrungen: keine Metapherngirlanden, keine Mystifizierungen, keine wohlfeilen Formeln, versichert Hinck, sondern Verse, bei "denen jedes Wort durch einen sinnliches Eindruck gedeckt ist", wie er aus dem Nachwort von Albert von Schirnding zitiert. Ein Großteil der meist reimlosen, in freien Rhythmen geschriebenen Gedichte kreisen vor dunklem Hintergrund um die Zeit, das warten und die Vergänglichkeit. Aber auch heite-witzige Texte hat er quasi als gegenlichter in dieser Sammlung entdeckt, etwa über ein Nashorn, das partout nicht im Gedicht vorkommen will. Oder zu den Grenzen der Lietratur: "Deprimierend, dachte ich / beim Rundgang durch den Zoo: / Kein Panther kennt hier Rilke."
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