Elazar Benyoetz verleiht mit dem vorliegenden Band der aphoristischen Sentenz eine verloren gegangene Dramatik und Unheimlichkeit. Das Spektrum seiner Aphorismen reicht über die Identität des Judentums bis zum Gebet und der Gotteserfahrung und steht in der uralten Tradition der biblischen Spruchweisheiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2005
"Ist dies geistreich, oder geistreichelt es?" Sicher war sich Hans-Martin-Gauger auch am Ende der Lektüre nicht. Also las er nochmal, und dann wieder, hier und da und abermals von vorn. Um am Ende zu beschließen, dass es sich bei diesem Buch um einen "Sonderfall" handelt, um ein merkwürdiges Gebilde von merkwürdigen Gebilden, für dass man sich Zeit nehmen muss. Es lohnt sich, verspricht er. Gedichte? Irgendwie schon, der Text ist ja in Versform angeordnet. Aber eigentlich auch nicht. Aphorismen? Auch nicht - zu "diffus" und "offen". Gottsuche? Ja, definitiv. Aber anders als bei Rilke, nämlich "verspielt" und ohne hohen Ton. Apropos verspielt - das ist es, was der Rezensent vor allem bei Benyoetz gefunden hat: das ernsthafte, suchende Spiel mit der deutschen Sprache, ein "überbelichtetes Aufmerken auf unsere Wörter, auf ihre Lautform und ihre Bedeutung, wie es kennzeichnend ist für jemanden, der sprachlich von außen kommt". Das ergibt ein permanentes Horchen und Tasten, ein Kneten und Kombinieren. Und so auch: Sinn und Unsinn.
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