Aus dem Griechischen von Rainer Nickel. Von stoischem Verhalten spricht man, wenn ein Mensch sich nicht durch seine Lebensumstände oder durch Schicksalsschläge aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Die Philosophenschule der Stoa wurde von Zenon etwa um das Jahr 310 in Athen gegründet. Die ethische Hauptforderung heißt: in Übereinstimmung mit der menschlichen Natur zu leben. Dabei ist für den Stoiker nur die Tugend ein Gut und nur die Schlechtigkeit ein echtes Übel. Alles andere, z. B. der Besitz materieller, äußerer Dinge oder der Verlust geliebter Menschen, sind für einen Weisen kein Grund, vom steten Weg zu Ausgeglichenheit und Glückseligkeit abzuweichen. Nach annähernd sechzig Jahren gibt es endlich wieder eine neue große Stoiker-Ausgabe. Das zweibändige Werk, übersetzt und kommentiert von Rainer Nickel, ist nicht nur für Philosophen ein echtes Desiderat. Über Seneca oder Marc Aurel wirken die Gedanken dieser Philosophenschule bis in unsere Tage. Überraschend aktuell und modern wirken beispielsweise die Ratschläge, in allem das rechte Maß zu wahren oder in Übereinstimmung mit der Natur zu leben, ein philosophischer Weg zur seelischen Gesundheit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2009
Sehr grundsätzlich lobt Rezensent Hans-Albrecht Koch erst einmal die "Sammlung Tusculum", in der der Artemis und Winkler Verlag Übersetzungen griechischer und römischer Autoren herausgibt, und zwar in glänzender Qualität. Auch Rainer Nickels Edition zur Stoa findet er ganz "vorzüglich". Die Stoa, frischt Koch unsere Griechisch-Kenntnisse auf, war nur äußerlich die ärmlichste der vier großen Philosophie-Schulen Griechenlands, denn ihre Anleitung zum glücklichen, auf der Tugend basierenden Leben hat sich durch die Jahrhunderte als die wirkungsvollste erwiesen. Wenn wir Kochs historischen Abriss dieser Denktradition richtig verstehen, dann schlägt er sich mit den entsprechenden Schriften so auch in dieser Textsammlung nieder, angefangen bei Zenon von Kition über Chrysipp bis zu Panaitios von Rhodos und Poseidonios von Apameia. Die römischen Stoiker sind in dieser Sammlung jedoch nicht vertreten.
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