Das Unendliche übt seit Urzeiten große Faszination auf die Menschen aus. Für einige bedeutet es Chaos und Terror. Andere sehen darin eine Manifestation Gottes. Für wiederum andere beschwört es das Bild endloser Leere herauf, die das menschliche Fassungsvermögen übersteigt. Gibt es einen Weg, Unendlichkeit zu bestimmen? Wie lässt sich das Unberechenbare beschreiben? Paolo Zellini erkundet alle Aspekte der Unendlichkeit; sie fasst die Einsichten von Philosophen, Künstlern, Mathematikern und Theologen der letzten zweieinhalb Jahrtausende zusammen, das Spektrum reicht von Aristoteles bis Gödel, von Thomas von Aquin bis Jorge Luis Borges. Worin besteht der Unterschied zwischen wahrer und falscher Unendlichkeit - und wie zeigt sie sich im Mythos von Sisyphus, der auf ewig dazu verdammt ist, seinen Stein den Berg hinaufzurollen? Wie lassen sich Zenons Paradoxa erklären? Meint "unendlich""unbestimmt", und warum nannte Cantor seine unendlich großen Zahlen nicht "infinit", sondern "transfinit"?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.06.2010
Ach, hätte Paolo Zellini in seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Unendlichkeit" mehr Geduld und Einfühlungsvermögen für seinen Leser aufgebracht, hätte er wenigstens diejenigen angesprochen, die in der Schule noch ganz gut bis zur Algebra mitgekommen sind! So aber hat Rezensent Burkhard Müller den Gegensatz zwischen kategorematischer und synkategorematischer Unendlichkeit nicht verstanden und ist von leider nur dem Autor verständlichen Sätzen wie von Güterzügen überfahren worden. Schade eigentlich, denn offenbar hätte der Rezensent gern mehr über die destruktive Kraft der Unendlichkeit, die ihm in jeder philosophischen und mathematischen Schule begegnet, erfahren. Daher ein Tipp vom frustrierten Kritiker an den Autor: Wenn er sein bereits vor dreißig Jahren erschienenes Buch wieder einmal überarbeitet, dann sollte er vielleicht etwas weniger selbstgerecht vorgehen und mit dem Thema einfach nochmal komplett von vorn beginnen. Vielleicht könne man dann auch endlich die Frage beantworten, ob eine aus Punkten bestehende Linie eigentlich ein Loch bekommt, wenn einer dieser Punkte herausfällt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…