Ralf Jox, Rouven Porz

Wenn es ernst wird

Lebensentscheidungen von Kinderwunsch bis Sterbehilfe. Wie wir die richtigen Fragen an die Medizin stellen
Cover: Wenn es ernst wird
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406829970
Gebunden, 238 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Das Richtige tun, wenn es um Leben und Tod geht Irgendwann kommen wir alle in eine Situation, in der wir schwierige Entscheidungen über unsere eigene Gesundheit, die von Angehörigen oder Freunden treffen müssen. Wir müssen dann die richtigen Fragen stellen und Verantwortung übernehmen - ob es sich um den Schlaganfall der Mutter, eine künstliche Befruchtung, den Wunsch eines Kindes nach geschlechtlicher Veränderung, um Organspende oder das Lebensende handelt. Die Medizin heutiger Tage kann unheimlich viel. Sie kann Menschen retten, die früher gestorben wären. Sie kann Pandemien bekämpfen und mit Künstlicher Intelligenz Krankheiten aufspüren, für die es noch nicht einmal Namen gibt. Sie kann uns das Sterben erleichtern und sogar nach dem Tod noch allerhand mit unseren Körpern anfangen. Aber wollen wir das alles? Und vor allem: Sollen wir all das tun, was wir tun könnten?
Dies sind nicht nur gesellschaftliche Fragen. Jede und jeder von uns ist ganz persönlich davon betroffen. Mehrfach im Leben müssen wir schwierige gesundheitliche Entscheidungen treffen - über uns selbst, über unsere Angehörigen. Zuweilen geht es gar um Leben und Tod. Spätestens dann fragen wir uns: Wie kann ich mich bei diesen verwirrenden Fragen orientieren? Und wie kann ich selbst die richtigen Fragen stellen - an die Ärzte und Pflegenden, im Austausch mit dem Partner und mit Angehörigen, an mich selbst? Genau hier setzt dieses Buch an. Es will Ihnen als Leserinnen und Lesern helfen, über diese Fragen nachzudenken, sie zu formulieren und für sich selbst Orientierung zu finden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2025

Rezensent und Medizinethiker Stephan Sahm wirkt wenig angetan vom Buch seiner Fachkollegen. Um das, was der Titel verspricht, nämlich moralische Stellungnahmen zu ethisch problematischen medizinischen Bereichen wie Suizidassistenz, Sterbehilfe oder Pränataldiagnostik, gehe es gerade nicht; vielmehr führen die Autoren anhand vieler (oft arztserienmäßig-tragischer, so Sahm) Fallbeispiele ein Selbstbild ihrer Tätigkeit vor, das der Kritiker aus sarkastisch klingender Distanz wiedergibt: Aufgabe der Medizinethiker sei vor allem, zwischen den verschiedenen Positionen in schwierigen Behandlungsprozessen zu vermitteln und möglichst alle Bedürfnisse zu berücksichtigen; gefordert seien "Tugenden" wie "Empathie, Mut, Offenheit und Fairness", zitiert Sahm, die klinische Ethik sei hier ein Fall von "moralischer Zurückhaltung" und trotzdem "segensreich". Vom Leser werde gar nichts erwartet, auch keine medizinische Vorkenntnis - der Kritiker scheint sich mehr erhofft zu haben.

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