Auch ein Cowboy braucht mal Pause, aber wenn der Cowboy Lucky Luke heißt, bedeutet das Urlaub von den Daltons und anderen Ganoven! Ein paar Tage Kühe hüten im grünen Dandelion Valley ist genau der entspannende Job für den berühmten Revolverhelden. Zumal es frisch importierte Schweizer Kühe sind, vollmilchig und lila, denn der Wilde Westen entdeckt die Kakaobohne. Schokolade ist bald in aller Munde! Leider sind Autogrammjäger zuweilen ebenso lästig wie Kopfgeldjäger, und Sitting Butch vom Stamme der Chicorée hat auch schlechte Laune. Vor allem aber sind da die poor lonesome Cowboys Bud und Terence, die sich vor lauter liebevoller Zuneigung am liebsten verprügeln. Und genau das führt zu zartbitteren Gerüchten in der rauen Westernstadt Straight Gulch.
Rezensent Ralph Trommer ist von Ralf Königs Lucky-Luke-Hommage "Zarter Schmelz" amüsiert. Ursprünglich ab 1946 vom belgischen Comiczeichner Maurice de Bévère gezeichnet, werde der Cowboy nun nach 75 Jahren und dem Tod des Autors im Jahr 2001 in verschiedenen Versionen weiterhin zeichnerisch am Leben erhalten, berichtet der Rezensent. In der Hommage von König, der für seine Schwulen-Comics international bekannt sei, wird Lucky Luke Trommer zufolge mit den Folgen des Ruhms und schwulen Cowboys konfrontiert, zum Beispiel durch den unzuverlässigen Erzähler Bud, zu dem er eine beinahe vertraute Beziehung aufbaut. Dass die Sexualität und Diversität der Charaktere im Vergleich zu den originalen Comics eine präsentere Rolle spielt, überrascht Trommer nicht. Die treffenden Dialoge und die vergnügliche Handlung machen "Zarter Schmelz" zu einer gelungenen Hommage, schließt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2021
Rezensent Harald Eggebrecht begrüßt die zum 75. Geburtstag von Lucky Luke zwei Hommage-Bände von Ralf König und Mathieu Bonhomme, wenngleich er den "Zauber" der Morris-Originale vermisst. Wenn der Comiczeichner Ralf König in Band 4 eine Liebesgeschichte a la Brokeback Mountain zwischen dem Rotschopf Bud und dem bärig behaarten Terence im homophoben Wilden Westen erzählt, amüsiert sich der Kritiker durchaus: Lucky Luke, hier vor allem Beschützer des Paares, erscheint "knubbelnasig" und trifft in den einzelnen Episoden unter anderem auf den Schweizer Chocolatier Sprüngli in Begleitung von fünf lila Milchkühen, erzählt Eggebrecht. Insgesamt erscheint ihm Königs Version aber doch ein wenig zu "gemütvoll".
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