Aus dem Amerikanischen von Franz Göttinger. "Fahrenheit 451" spielt in einem totalitären Staat, der die Menschen im Zustand der Unmündigkeit hält. Selbstständiges Denken ist tabu, das Fernsehen dient der Ruhigstellung der Gedanken, niemand vermisst etwas. Auch der Feuerwehrmann Guy Montag nicht, der sein Geld nicht damit verdient, Brände zu löschen, sondern Bücher aufzuspüren und sie zu verbrennen. Doch dann begegnet er einem Mädchen namens Clarisse, das begeistert ist von Ideen, von Literatur! Als sie ihn fragt, ob er glücklich ist, berührt sie etwas in Montag, wovon er nicht wusste, dass es existierte. Er beginnt eine gefährliche Reise, die ihn auf die Seite derer führt, die Widerstand leisten: Sie lernen Bücher auswendig, um sie zu bewahren. Tim Hamiltons Adaption überführt Bradburys Meisterwerk in die Gegenwart: In pulsierenden, eindringlichen Bildern, die geprägt sind von Art Deco und Film Noir, erzählt er eine beklemmend aktuelle Geschichte neu.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2010
Eine schwere Enttäuschung stellt die Graphic Novel zu Ray Bradburys 1953 erschienenem Science-Fiction-Roman "Fahrenheit 451" für Christoph Haas dar. Der Roman, in dem ein staatlich verpflichteter Büchervernichter in den politischen Untergrund geht, war dem Genre sprachlich und inhaltlich weit voraus und auch die Verfilmung 1966 durch Francois Truffaut hat der Rezensent in eindrücklicher Erinnerung. Da kann der vorliegende Comic nicht mithalten, so Haas bedauernd. Zu "wortlastig" ist ihm das Buch, an dem Bradbury wohl selbst mitgearbeitet hat, und selbst die Zeichnungen überzeugen ihn ganz und gar nicht. Haas muss sich sogar fragen, ob die dominante "Noir-Ästhetik" der Zeichnungen nicht auch dazu dient, zeichnerische Mängel zu verstecken, denn insbesondere die Mimik der Figuren findet er ausgesprochen irritierend.
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