Seit nunmehr 60 Jahren bildet das schuldlos geteilte Korea einen der explosivsten Krisenherde der Weltpolitik. Im Spannungsverhältnis zwischen Nord und Süd hat der Kalte Krieg seine Fortsetzung gefunden. In diesem Band wird die geschichtliche Entwicklung aufgezeigt, die zu der heutigen angespannten Situation führte. Zugleich wird die Politik Nordkoreas nachgezeichnet, die einerseits das totalitärste System des konkreten Sozialismus erzeugte, sich andererseits aber auch zu einem eigenständigen Machtfaktor der internationalen Politik entwickelte, der selbst für die USA ein beachtlicher Gegner wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2006
Im Gegensatz zum Norden komme der Süden Koreas selten in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. Um so wichtiger scheint Urs Schoettli Gottfried-Karl Kindermanns "konzise Geschichte" eines Landes, das durch den Kalten Krieg geteilt wurde und noch immer auf seine "Wiedervereinigung wartet." Bis in die Zeit der frühen Choson-Dynastie im 14. Jh geht Kindermann zurück und dieser weit reichende Rückblick erscheint dem Rezesenten durchaus sinnvoll, weil er schlüssig die Konfliktlinien der Gegenwart erhellt. Kindermann zeichne das Bild einer Kulturnation, die sich trotz ihre zahlen- und flächenmäßigen Unterlegenheit gegenüber den Nachbarn China und Japan mit einer eigenen Identität behaupten konnte. In diesen Kontext gehört auch das "Trauma" der brutalen japanischen Kolonialherrschaft im 20. Jahrhundert, die noch heute auf den Beziehungen lastet. Auch wenn der Fokus derzeit oftmals auf dem Pulverfass Mittlerer Osten liegt: noch immer zähle Korea zu den "gefährlichsten Kriegsherden der Erde", warnt der Rezensent.
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