Sarah Leavitt

Das große Durcheinander

Alzheimer, meine Mutter und ich. Graphic Novel
Cover: Das große Durcheinander
Beltz Verlagsgruppe, Weinheim 2013
ISBN 9783407859686
Gebunden, 128 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Andreas Nohl. Erinnerungen, Gefühle und Träume dreier Menschen, die mit der Alzheimerkrankheit der Mutter konfrontiert sind. Was macht Alzheimer mit den Familien der Betroffenen? Was bedeutet es für eine Tochter, wenn die Mutter sie nicht mehr erkennt? Die erste Graphic Novel zum Thema Alzheimer schreckt auch vor den dunklen Seiten des Lebens mit Demenzkranken nicht zurück. Informationen zum Umgang mit Alzheimer wechseln sich ab mit Bildern des Ehemanns und der zwei erwachsenen Töchter, die trotz allem darum kämpfen, ihr eigenes Leben weiterzuführen, und dabei immer wieder Momente des Glücks zu finden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2013

Sarah Leavitt skizziert in ihrer Graphic Novel "Das große Durcheinander" den langsamen Verfall ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter "dermaßen gelungen" und eindringlich, dass es in Kanada als erste Graphic Novel überhaupt für einen bedeutenden Sachbuchpreis nominiert wurde, berichtet Rezensent Alex Rühle. Das Buch basiert auf "mitstenografierten Alltagsskizzen", die Leavitt über Jahre hinweg anfertigte, während sie auf ihre Mutter aufpasste und sie genau beobachtete. Der Rezensent ist sich sicher, dass hierin die große Tiefe des Buches gründet. Die ganz alltäglichen Dinge würden beschrieben: "Arbeit, Essen, Liebe, Schweigen", und all dies wäre wahrscheinlich verloren gegangen, hätte Leavitt allein auf ihre Erinnerungen aufbauen müssen, meint Rühle. Vor allem hat ihn aber beeindruckt, mit welch liebevoller Souveränität Leavitt den niederschmetternden Verfall ihrer Mutter beschreibt: Nie weiche sie vor dem Horror zurück, bleibe aber auch empfänglich für die Komik mancher Momente.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.03.2013

Sarah Leavitts autobiografische "Graphic Memoir" hat Katja Lüthge sichtlich berührt. Das Buch der Autorin und Zeichnerin erzählt für sie sensibel von der Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter, vom unaufhaltsamen Veränderungsprozess, der damit einhergeht, von ihren Verlustängsten, von Abschied und vom Tod eines geliebten Menschen. Die Einbettung der Krankheitsgeschichte der Mutter in eine Erzählung über die Familie scheint Lüthge höchst gelungen. Neben schmerzvollen, traurigen Momenten findet sie in dem Buch auch viele lustige und skurrile. Lüthge lobt insbesondere die zurückhaltenden "fragilen", ja "zärtlichen" Zeichnungen Leavitts.
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