Aus dem Amerikanischen von Andreas Nohl. Erinnerungen, Gefühle und Träume dreier Menschen, die mit der Alzheimerkrankheit der Mutter konfrontiert sind. Was macht Alzheimer mit den Familien der Betroffenen? Was bedeutet es für eine Tochter, wenn die Mutter sie nicht mehr erkennt? Die erste Graphic Novel zum Thema Alzheimer schreckt auch vor den dunklen Seiten des Lebens mit Demenzkranken nicht zurück. Informationen zum Umgang mit Alzheimer wechseln sich ab mit Bildern des Ehemanns und der zwei erwachsenen Töchter, die trotz allem darum kämpfen, ihr eigenes Leben weiterzuführen, und dabei immer wieder Momente des Glücks zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2013
Sarah Leavitt skizziert in ihrer Graphic Novel "Das große Durcheinander" den langsamen Verfall ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter "dermaßen gelungen" und eindringlich, dass es in Kanada als erste Graphic Novel überhaupt für einen bedeutenden Sachbuchpreis nominiert wurde, berichtet Rezensent Alex Rühle. Das Buch basiert auf "mitstenografierten Alltagsskizzen", die Leavitt über Jahre hinweg anfertigte, während sie auf ihre Mutter aufpasste und sie genau beobachtete. Der Rezensent ist sich sicher, dass hierin die große Tiefe des Buches gründet. Die ganz alltäglichen Dinge würden beschrieben: "Arbeit, Essen, Liebe, Schweigen", und all dies wäre wahrscheinlich verloren gegangen, hätte Leavitt allein auf ihre Erinnerungen aufbauen müssen, meint Rühle. Vor allem hat ihn aber beeindruckt, mit welch liebevoller Souveränität Leavitt den niederschmetternden Verfall ihrer Mutter beschreibt: Nie weiche sie vor dem Horror zurück, bleibe aber auch empfänglich für die Komik mancher Momente.
Sarah Leavitts autobiografische "Graphic Memoir" hat Katja Lüthge sichtlich berührt. Das Buch der Autorin und Zeichnerin erzählt für sie sensibel von der Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter, vom unaufhaltsamen Veränderungsprozess, der damit einhergeht, von ihren Verlustängsten, von Abschied und vom Tod eines geliebten Menschen. Die Einbettung der Krankheitsgeschichte der Mutter in eine Erzählung über die Familie scheint Lüthge höchst gelungen. Neben schmerzvollen, traurigen Momenten findet sie in dem Buch auch viele lustige und skurrile. Lüthge lobt insbesondere die zurückhaltenden "fragilen", ja "zärtlichen" Zeichnungen Leavitts.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…